Das Beizen wird immer schwieriger
Wie sieht künftig der Schutz des Saatgutes aus?
Während auf politischer Ebene ein mögliches Verbot verschiedener Beizmittel diskutiert wird, stellt sich im Feld eine ganz andere Frage: Was schützt das Saatgut von morgen? Welche Möglichkeiten und Aussichten bestehen, beleuchtete die Webinarreihe „KornKompetenz“ des Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS).
Steinbrand, Flugbrand und Fusarium kennen keine politischen Debatten – Saatgut muss Jahr für Jahr gegen diese Erreger bestehen, um Landwirten eine erfolgreiche Ernte zu bescheren. Chemische Beizen waren hier in den vergangenen Jahren das Mittel der Wahl, um die Körner von Beginn an zu schützen – sie überzeugen durch geringe Aufwandmengen, eine Wirkung direkt am Korn, weniger Überfahrten und nicht zuletzt: sichere Ernten. Doch dieser „Königsweg“ im integrierten Pflanzenschutz gerät nun unter Druck. Wirkstoffe stehen vor dem Aus und neue Genehmigungsverfahren dauern immer länger. Industrie und Wissenschaft arbeiten daher unter Hochdruck an Lösungen. Einen praktischen Einblick ermöglichten verschiedene Expertinnen und Experten den Teilnehmenden der Webinarreihe „KornKompetenz“ im vergangenen Winter (Die aufgezeichneten, kostenfreien Webinare sind auf YouTube unter kurzlinks.de/884h abrufbar). Eins scheint sich abzuzeichnen: Es geht um mehr als die bloße Genehmigung von Wirkstoffen – am Umgang mit Beizen könnte sich zeigen, in welche Richtung es für den chemischen Pflanzenschutz geht.
Marilena Kipp – LW 41/2026