Biodiversitätsprojekt „AmBiTo“ ausgezeichnet
Nachhaltigkeits-Preis auf AgrarWinterTagen verliehen
Anlässlich der AgrarWinterTage hatte der Verein Ehemaliger Oppenheimer, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum und Rheinhessenwein e.V. den Nachhaltigkeitspreis 2026 ausgeschrieben. Die Siegerehrung fand zur Eröffnung der AgrarWinterTage in Mainz-Hechtsheim statt. Der Preis ging an das Projekt „AmBiTo“, das sich mit Biodiversität im Weinbau befasst.
Foto: T. Silz
Simone Renth-Queins, die den Nachhaltigkeits-Preis von der Jury-Findung bis zur Preisverleihung koordiniert, betonte, dass die Jury großen Wert auf Praxistauglichkeit lege. Das ausgezeichnete Projekt habe sich bereits bewährt.
Keith Ulrich, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Fair and Green“, und Prof- Dr. Ilona Leyer, vom Institut für angewandte Ökologie der Hochschule Geisenheim freuen sich über die Anerkennung für „AmBiTo“. Das gemeinsame Projekt steht für „Anwendung eines modularen Biodiversitäts-Toolkits“, das im Weinanbau in ganz Deutschland zum Einsatz kommt.
Rebflächen bieten Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Das Projekt „AmBiTo“ vereint den Weinbau mit der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen, sodass gefährdete Arten weiter überleben können.
Wie Keith Ulrich und Ilona Leyer berichteten, wurden in den vergangenen Jahren bundesweit in neun Anbaugebieten mehr als 40 Betriebe begleitet. Dabei seien rund 1 100 Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität vor Ort umgesetzt worden. Es wurden Neuanpflanzungen vorgenommen oder auch Steine aufgeschichtet, in denen Kleintiere Unterschlupf finden. Auf diese Weise erhole sich der einzigartige Mosel-Apollofalter, der in den vergangenen Jahren zurückgegangen war. Wiedehopf, Steinkauz und Westliche Smaragdeidechse werden in ihren Lebensräumen geschützt und profitieren von dem Projekt „AmBiTo“. In mehr als 30 Weinbaubetrieben wurde auf insgesamt 43 Hektar sogenanntes Regio-Saatgut ausgebracht, damit die jeweils ursprüngliche Pflanzenwelt wieder heimisch werden kann. Weinkönigin Knierim und Staatssekretär Becht betonten die Bedeutung von Biodiversität – auch im Weinanbau. Die Zeiten, als sich ökologischer Anbau und konventioneller Anbau gegenüberstanden, sei längst vorbei, betonte der Staatssekretär. Die ökologischen und wirtschaftlichen Komponenten stünden im Einklang. In Rheinland-Pfalz würden zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. 50 Prozent werden unter nachhaltigen Aspekten bearbeitet.
bs – LW 7/2026
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