Brennholzmarkt zieht

Regionale Forst- und Holzwirtschaft trotzt erfolgreich der Krise

Die internationale Finanzkrise hat in der Zwischenzeit auch den Sektor Forst und Holz erreicht. Kurzarbeit in der Sägeindustrie, fallende Rohholzpreise, Zurückhaltung der Waldbesitzer beim Holzeinschlag und damit bedingt eine zunehmend prekäre Auftragssituation bei vielen Forstunternehmern und Forstmaschinenherstellern sind momentan leider aktuelle Themen in der Forstbranche.

Wer jedoch gedacht hatte, dass sich dies auch auf die 10. Forst-Live auswirken würde, sah sich positiv überrascht. Holz boomt. Gerade in der derzeitigen Krise zeigt sich, dass das Messekonzept mit regionalem Bezug und einem Schwerpunkt auf den semi-professionellen Anwendern, Garten- und Landschaftsbau sowie den Energieholzsektor aufgeht. Bereits bei der Eröffnung der Jubiläumsmesse am Freitag durch Landesforstpräsident Max Reger und Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, waren die Parkplätze bereits gut gefüllt und das Messegelände bestens besucht. Am Ende lagen die Besucherzahlen mit 18 500 zwar geringfügig unter denen des Vorjahres, aber in Anbetracht der „Konkurrenz“ durch den NATO-Gipfel im nahen Baden-Baden und der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, konnten die Messeveranstalter sehr zufrieden sein.

Hacker und Holzheizungen

Immerhin konnte die zehnte Forst-Live einen Zuwachs auf fast 250 Aussteller verzeichnen. Die Ausstellungsfläche konnte um über 20 Prozent auf 40 000 m² erweitert werden. Für die Energieholzbereitstellung hatte man einen großen Teil der Freifläche reserviert. Hier demonstrierten Großhacker mehrmals am Tag bei stets gut besuchten Vorführungen ihre beeindruckende Leistungsfähigkeit. Holz ist als regenerativer, CO2-neutraler und regional verfügbarer Rohstoff ein zukunftweisender Energieträger. Gerade der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine in diesem Winter hat gezeigt, welche Bedeutung der nachwachsende, heimische Energieträger Holz in Zukunft haben kann. Holzenergie ist ein krisensicheres Thema. Davon sind auch die Hersteller von Holzhackern überzeugt, die von einer sehr guten Auftragslage berichten.

Moderne Holzheizungen stehen beim Bedienungskomfort, in der Betriebssicherheit und beim Thema Schadstoffe konventionellen Öl- und Gasheizungen in nichts mehr nach. Im Vergleich zu früheren Messen waren allerdings nicht mehr ganz so viele Aussteller zum Thema „Heizen mit Holz“ vertreten. Dafür gab es wieder ein umfangreiches Angebot für den semi-professionellen Anwender von Forsttechnik.

Rückekräne und Spaltautomaten

Es ist für den Forstmaschinenfachmann eine erfreuliche Entwicklung, dass es in der Zwischenzeit ein breites Angebot an guter, sicherer und leistungsfähiger Forsttechnik für alle Anwender gibt, das auch gekauft und eingesetzt wird. Wer die Unfallstatistik der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft liest, weiß, dass es immer noch viel zu viele schwere Unfälle im Privatwald gibt. Der Einsatz professioneller Forsttechnik ist auch ein Beitrag zur Unfallverhütung.

Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt noch bei Säge- und Spaltautomaten. In diesem Jahr gab es ein deutlich breiteres Angebot, auch wenn auffallende Innovationen fehlten. Man darf nicht erwarten, dass die Forsttechnik jedes Jahr neu erfunden wird. Schwere Holzerntemaschinen passen nicht in die Zielgruppe der Forst-Live.

Dagegen dominierten forstspezifische Anbaugeräte wie Rückekräne, Dreipunkt-Anbauwinden, Rückwagen für den Kurzholztransport, Wegpflegegeräte sowie die bewährten Säge- und Spaltautomaten das Ausstellungsgelände. Bewährte Komponenten aus dem Profibereich werden auch immer mehr in Maschinen und Geräten für den semi-professionellen Bereich eingesetzt. Elektro-hydraulisch angetriebene Dreipunktwinden, teilweise mit Seilauswurf und Einlaufbremse, waren zu sehen. Dazu gab es ein breites Angebot an Funktechnik zur Windensteuerung und für den Forst-Notruf. Die ausgestellten Rückewagen haben größtenteils nichts mehr mit den „Spielzeugen“ früherer Jahre gemeinsam, sondern sind bei entsprechender Ausstattung auch für den professionellen Einsatz geeignet.

Relativ neu auf der Forst-Live war das Angebot an Technik für den Garten- und Landschaftsbau. Nach Meinung vieler Aussteller sind die Anbaugeräte für den Forsteinsatz sowie die Kommunal- und Landschaftspflegetechnik ein Sektor, der zumindest bis jetzt noch von der Krise verschont geblieben ist. Die Verkaufszahlen sind im Gegensatz zum Bereich der Forstspezialmaschinen (siehe Kasten auf S. 28) stabil oder sogar angestiegen. Gleiches gilt auch für Motorsägen. Der Brennholzboom bleibt ein wichtiger Marktfaktor und beschert den Herstellern und Händlern trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise gute Umsätze. Matthias Schmitt, Forstdirektion Freiburg