Dachmarken-Initiative als gestalterischer Prozess

Entwicklung der Dachmarke Rheinhessen

Ein einheitliches Erfolgsrezept für Dachmarkenprozesse gibt es nicht. So sind die Strukturen, Kooperationspartner und Finanzierungsprozesse auch in den deutschen Weinbauregionen ganz unterschiedlich und keineswegs in Stein gemeißelt. Kathrin Saaler vom Kompetenzzentrum Weinmarkt & Weinmarketing Rheinland-Pfalz gibt exem­plarisch einen Einblick in die Dachmarken-Initiative Rheinhessen.

Rheinhessen-Fahnen mit dem Logo: blau symbolisiert den Rhein, das Wasser, das Lebendige, die Dynamik der Region. Violett steht für die bedeutenden Kirchen und die Kultur insgesamt. Grün repräsentiert die Natur, den Weinbau, die weinkulturelle Landschaft.

Foto: Rheinhessenwein

Grundlage für die Dachmar­ken­­initiative in Rheinhessen war die Studie „Erlebnis Weinkulturlandschaft Rheinhessen“ aus dem Jahre 2006. Die bisher weintouristische Marke Rheinhessen positioniert sich durch die Werte Qualität, Innovation sowie Kultur und Tradition. Diese Werte werden mit den Eigenschaften „hochwertig, typisch, emotional ansprechend“ und „Dynamik, Innovation, Kompetenz“ aufgeladen. Rheinhessen – inspirierend, dynamisch, lebensfroh Was die Region auszeichnet greift der Markenleitsatz auf: „Rheinhessen ist die inspirierende Beziehung zwischen weiter Hügellandschaft, Rhein und kulturreichen Städten Europas, lebensfrohen, zielstrebigen Menschen und einer dynamischen Wirtschaft in einem aufregenden Weinland.“ Säulen der Dachmarke sind die Sparten Wein, Tourismus, Kultur und Wirtschaft. Das sektorale System ermöglicht es, weitere Bereiche wie Wissenschaft, Natur und Landschaft und viele Weitere zu integrieren. Ziele der Dachmarken-Initiative Rheinhessen:
  • Steigerung der Attraktivität Rheinhessens als Weinerlebnisregion
  • Förderung und Weiterentwicklung der Angebote in den Bereichen Wein, Tourismus, Kultur
  • Verbesserung der Identität
  • Bessere Wahrnehmung der Marke Rheinhessen nach innen und außen
  • Netzwerke der vielen – größtenteils ehrenamtlichen – Gruppierungen weiter ausbauen
  • Synergien der lokalen und überregionalen Akteure steigern
  • Wertschöpfung aus Weintourismus substanziell verbessern
  • Stärkung der Leistungsträger
  • Anreize von Investitionen Belebung der Wirtschaft

Die Entwicklung der Dachmarke Rheinhessen geht auf die Initiative der drei Akteure Rheinhessenwein e. V., Rheinhessen-Touristik GmbH und Rheinhessen Marketing e. V. zurück. Das Rheinhessen-Zeichen wird von diesen drei Institutionen für die Kommunikation nach innen und außen genutzt, in Online- und Printmedien genauso wie als Labeling zum Beispiel auf Werbemitteln oder auch als Bandenwerbung bei Mainz 05. Hier wurde die große Chance genutzt, gemeinsam unter einem Logo aufzutreten und damit eine höhere Reichweite zu generieren. Identifikation der Menschen mit ihrer Region erreicht Das Rheinhessen-Zeichen trägt Werte, die für die Marke Rheinhessen stehen, in sich und transferiert sie gleichzeitig in die Kommunikation. Werte wie Kraft, Entwicklungsfähigkeit, Fruchtbarkeit, aber auch Lebensfreude, kultureller Reichtum, Gelassenheit und Wohlgefühl. Begleitet von einer kontrastreichen Spannung – jung, dynamisch und offen. Zu einer erhöhten Verbreitung des Rheinhessen-Zeichens hat das 200-jährige Jubiläum Rheinhessens im Jahr 2016 beigetragen. Durch Veranstaltungen und Projekte in den Bereichen Kultur, Tourismus, Wein und Wirtschaft konnte eine stärkere Identifikation der Menschen mit ihrer Region erreicht werden. Diese Dynamik soll erhalten bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass weitere Akteure (Kommunen, Wirtschaftsunternehmen, Kulturinitiativen, …) das Rheinhessen-Zeichen als Bekenntnis zur Region und zur besseren Verortung zum Einsatz bringen. Durch eine Weiterentwicklung der Dachmarke kann die Ausdehnung des Logos über die vorwiegend weintouristische Verwendung hinaus umgesetzt werden. Das haben die Initiatoren der Dachmarke zum Anlass genommen, das bestehende Corporate Design Manual aus dem Jahr 2007 anzupassen. Das positive Image, das die Marke Rheinhessen in den Bereichen Wein und Tourismus erreicht hat, soll auf eine breitere Basis übertragen werden.

 – LW 25/2021