Dank Beregnung gute Ernten

Landessortenversuche Ökokartoffeln

Die Versuche wurden im zweiten Jahr in zwei getrennten Reifegruppen angelegt: jeweils acht frühe und acht mittelfrühe Sorten. Beide Versuche wurden aus organisatorischen Gründen am 9. April gepflanzt. Die Ernte der Frühen erfolgte am 14. August 2018 und die der Mittelfrühen am 11. September. Wie in den letzten Jahren üblich wurde in dreifacher Wiederholung in Kleinparzellen (1,50 x 10 m) und mit Vorkeimung der Versuch angelegt. Die Sorten werden mindestens drei Jahre auf ihre regionale Eignung geprüft. Die Ergebnisse stellen Christine Zillger und Manfred Mohr vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau (KÖL) und Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Neustadt, vor.

Nach einem lange warmen und trockenen Herbst und einem zunächst niederschlagsreichen und am Ende recht kalten Winter mit 73 Frosttagen im Februar und März wurde es in den letzten Märztagen langsam wärmer. Die Pflanzung der vorgekeimten Knollen erfolgte am 9. April in vorgezogene Dämme bei trockener und positiver Bodenstruktur. Die Bodentemperaturen in 20 cm lagen nach der Pflanzung immer im zweistelligen Bereich. Die andauernde milde Witterung führte zum zügigen Auflauf der vorgekeimten Knollen. Bis zum 4. Mai waren alle Sorten aufgelaufen. Durch die Vorkeimung und den zügigen Auflauf, trat die wichtigste „Auflaufkrankheit“ Rhizoctonia solani bei den Versuchssorten quasi nicht in Erscheinung.

Wieder ein extremes Kartoffeljahr

In der Praxis sah das zum Teil ganz anders aus. Besonders betroffen waren die Pflanztermine in der letzten Märzwoche. Die anschließende Witterung war durchgängig geprägt von überdurchschnittlichen Temperaturen und negativen Wasserbilanzen. Örtlich sehr begrenzte Gewitterschauer waren eine Ausnahme. Für eine zügige Jugendentwicklung reichte der Wasservorrat im Boden noch aus.

Zum ersten Juni und in den beiden Wochen danach fielen am Standort der Wetterstation Kleinniedesheim (Luftlinie zum Versuchsstandort 1 km) Niederschlagsmengen von 49 mm, 30 und 6 mm. Durch diese Niederschläge waren nach Prognosemodell SIMPHT 3 an zwei Tagen Infektionen wahrscheinlich. Bei der am 18. Juni durchgeführten Bonitur konnte bei drei Sorten kleine Läsionen am Blatt festgestellt werden. Durch die anschließend langanhaltende sehr trockene und heiße Witterung wurde eine epidemische Ausbreitung aber sofort gestoppt. Kuper wurde nicht eingesetzt.

Kartoffelkäfer und deren Larven traten bereits Ende Mai bekämpfungswürdig (Bekämpfungsschwelle 15 Larven/Staude) auf. Der zweimalige Einsatz von Neem Azal gegen diese Fraßinsekten war somit unumgänglich. Eine mechanische oder thermische Krautregulierung wurde nicht durchgeführt. Ohne zusätzliche Beregnung kurz vor der Ernte wäre eine beschädigungsarme Ernte nicht möglich gewesen.

 – LW 4/2019