Digitalisierung kann Landwirte unterstützen, nicht ersetzen

130. VDLUFA-Kongress zur Digitalisierung in Landwirtschaft

Der jährlich wiederkehrende Kongress des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) ist eine wichtige Plattform für die angewandte landwirtschaftliche Forschung in Deutschland. In diesem Jahr widmeten sich vom 18. bis 21. September etwa 350 Teilnehmer aus Wissenschaft, Untersuchungswesen, Beratung und Agrarverwaltung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster dem Generalthema „Digitalisierung in Landwirtschaft, Versuchs- und Untersuchungswesen – Anforderungen und Auswirkungen“. Dazu fanden eine Plenartagung und ein Workshop mit eingeladenen Referenten statt.

Der Kongress wurde durch mehrere öffentliche Sitzungen abgerundet, in denen Ergebnisse aus der aktuellen angewandten landwirtschaftlichen Forschung in Deutschland und im benachbarten Ausland vorgestellt wurden. Im Folgenden werden einige wichtige Beiträge aus dem Bereich Pflanzliche Produktion umrissen.

Jährliche Datenmenge wird weiter stark ansteigen

Im Eröffnungsvortrag der Plenartagung spannte Peter Hettlich, Leiter der Projektgruppe Digitalisierung am Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, einen weiten Bogen vom ersten frei programmierbaren Tischcomputer bis zu den modernsten Mikroprozessoren. Er skizzierte die Entwicklung und Nutzung des Internets, den gewaltigen Anstieg des Datenvolumens bei der privaten Internetznutzung und prognostizierte, dass sich das Volumen der jährlich generierten digitalen Datenmenge global bis zum Jahr 2025 fast verzehnfachen wird.

Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Erläuterung der Umbrüche („Revolutionen“), die in der industriellen Produktion seit der Einführung mechanischer Produktionsanlagen mit Hilfe von Wasser- und Dampfkraft gegen Ende des 18. Jahrhunderts stattfand. Sie führte über die anschließende arbeitsteilige Massenproduktion sowie die Automatisierung mittels IT und Elektronik schließlich bis zur Industrie 4.0.

Zentrale Merkmale von Industrie 4.0 sind laut Hettlich herstellerübergreifende Standardisierungen der Speicherung und der Kommunikation sowie der Wertschöpfung durch „Selbstauskunft“ und „Erkundbarkeit“. Außerdem sei für die Industrie 4.0 die Verfügbarkeit von Diensten, die aus Daten Wertschöpfung betreiben und die Verknüpfung von Diensten essentiell.

Prof. Franz Wiesler, LUFA Speyer – LW 44/2018