Fichtenholz wird knapp

Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Hessische Rhön

Sägewerker und Holzhandel kauften im Vorjahr 47 573 Festmeter Laub- und Nadelholz aus den Wäldern der Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) „Hessische Rhön.“ Darauf wies deren Vorsitzender Theo Bott bei der Mitgliederversammlung in Tann hin.

47 573 Festmeter Holz kamen im Vorjahr aus den Wäldern der Mitglieder Forstbetriebsgemeinschaft "Hessische Rhön".

Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Holz für knapp 2,2 Mio. Euro wurde im Vorjahr verkauft . Das verkaufte Holz gliederte sich in 28 417 Festmeter (fm) Fichte, 7 442 fm Buche, 10 303 Kiefer sowie 1411 fm Eiche.

Zur PEFC-Zertifizierung

Mit der im vergangenen Jahr auf 19 Flächen durchgeführten PEFC-Zertifizierung befasste sich Wolfgang Böhle. Er verwies auf die Einhaltung von Rücke­gassen, eine aus Sicht der Arbeitssicherheit ordnungsmäßig durchzuführende Fälltechnik sowie auf einen durchgängig einzusetzenden Sonderkraftstoff bei Kettensägen. Zum sofortigen Entzug des Zertifikats der gesamten FBG führten der Kahlschlag sowie der nicht genehmig­te Pestizid-Einsatz, zum Bei­spiel gegen Borkenkäfer.

Auch ging er auf die Förderrichtlinien für die Wald­­kalkung ein und erwähnte den Entwurf eines Gestattungsvertrages zu Anlagen und Einrichtungen des Naturparks Hessische Rhön, wobei es auch um die Verkehrssicherungspflicht und die Unterhaltung betroffener Grundstücke gehe. Davon sei nicht nur der Naturpark, sondern vor allem der gesamte Staatswald im Landkreis Fulda betroffen.

10 000 Hektar Mitgliederwald

Die Größe der Forstbetriebsge­meinschaft umfasst 10 341 ha. Die durch die Beförsterung vom Forstamt Hofbieber betreute Fläche der Mitgliedsbetriebe betrug insgesamt 7 838 ha, davon entfielen 1 438 ha auf den Kommunalwald, 406 ha auf Gemeindegliedervermögen, 775 ha auf Gemeinschafts-, 44 ha auf Kirchen- sowie 352 Hektar auf den Großprivatwald. 1 621 Mitglieder gehören mit 4 825 Hektar der FBG „Hessische Rhön“ an. Der Privat- und Stadtwald mit eigener Beförsterung kommt auf 2 503 Hektar. Für 2012 wurde der Jahreswirtschaftsplan in Höhe 1 939 010 Euro angenommen.

Einen Vortrag über nachhaltige Forstwirtschaft im Allgemeinen und insbesondere in der FBG „Hessische Rhön“ am Beispiel der „Rhönholzveredler“ hielt Joachim Schleicher. Dabei ging es um die „aus der Not“ geborene Entstehung der Nachhaltigkeit sowie die Entwicklung von einem rein naturalen zu einem rein multifunktionalen Begriff der Nachhaltigkeit. Es wurden historische Waldnutzungen ebenso dargestellt wie die heutigen Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeit mit Gesetzen, Forsteinrichtungen und Zertifizierung.

Weniger forstliche Förderung

„Die Fichte bringt das Geld“ so Forstamtsleiter Adalbert Fischer, der zu Holzmarktperspektiven 2012 Stellung bezog und Informationen aus dem Landesbetrieb Hessen Forst zusammenfasste. Im Vorjahr habe sich die forstliche Förderung innerhalb des Forstamtes gegenüber dem Vorjahr auf 24 721 Euro halbiert. Weil künftig das Personal bei Hessen-Forst abnehme, werde die Zeit der Förster knapper und man werde mit Veränderungen in der Waldbetreuung rechnen müssen.

Kritisch sah er eine Greenpeacekampagne, den Einschlag in alten Buchenwäldern zu stoppen. Die hessische Laubwaldfläche habe zwischen 2002 und 2008 um zwei Prozent zugenommen, so seine Antwort darauf. Was die Kernzonen betrifft, wurden seiner Mitteilung nach die notwendigen Flächen gesichert. Nunmehr erfolge deren Bewertung, Sichtung und Abstimmung. Auch auf die Windkraft im Wald ging er ein. Außer in Hofbieber seien noch keine Standorte im Kreis Fulda bekannt, obwohl „unter der Hand Vertragsabschlüsse unterzeichnet“ worden seien. Anträge auf „große Windmastmessungen“ mit Ballons lägen „auf dem Tisch“.

Infos für die Waldbauern

Auf das Steuervereinfachungsgesetz ging Joachim Flügel vom Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld und auf den jährlich durchzuführenden Seilwinden-TÜV in zugelassenen Fachwerkstätten Reinhold Golbach ein. Als nächste Termine stehen an: am 25. August die Wanderung zum Baum des Jahres ins Revier Findlos, am 27. Oktober beziehungsweise am 3. November der Wald­sicherheitstag der Berufsge­nossenschaft in Ehrenberg. Auch finden Werksbesich­ti­gun­gen des Sägewerkes Heg­genstaller bei Lauterbach statt.

Perspektiven 2012 am Holzmarkt

Fischer gab auch einen Ausblick auf die weitere Holzmarkt­entwicklung. Seine Aussagen lassen sich wie folgt skizzieren:

  • Fichtenstammholz: rund 100 Euro/fm für B/C 2b werden inzwischen erreicht.
  • Kiefern- und sonstiges Nadelholz: sollte vor dem Einschlag mit dem Revierleiter abgestimmt werden.
  • Nadelindustrieholz: Mengenbegrenzung erreicht.
  • Laubindustrieholz: Konkurriert mit Brennholz. Es wird nachgefragt und für 58 Euro/fm am Wegrand abgegeben.
  • Energieholz: Absatz von Pellets nicht wie erhofft. Eichenstammholz: ab 3a unproblematisch.
  • Rotbuchenstammholz: leichter Preisanstieg.

Grundsätzlich sollte ein geplanter Holzeinschlag/-verkauf mit dem Revierleiter zuvor angestimmt werden.

Burkhardt