Lange Freude - Zusätze zum Blumenwasser?

Foto: Norman Pöschke/pixelio

Als Hausmittel ist die Zugabe von Zucker bekannt. Ohne ihn würden die Reserven der Pflanze erschöpft, was sich durch das Vergilben der Blätter zeigt. In der Praxis bewährt sich dieses Vorgehen jedoch meist nicht, da sowohl bei der Überdosierung Schäden auftreten, als auch der ideale Nährboden für Mikroorganismen geschaffen wird, was wiederum zum schnellen Welken führt. Zucker ist als alleiniger Zusatz also nicht geeignet, teilt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz mit.
Käufliche Blumenfrischhaltemittel enthalten bakterien- und pilzhemmende Stoffe. Darüber hinaus behindern sie Vorgänge in der Pflanze, die zu Leitbahnblockaden und Ethylenproduktion führen. Teilweise enthalten diese Mittel Zucker, teilweise muss er noch zugesetzt werden. Da jedoch gleichzeitig das Wachstum der Mikroorganismen gehemmt wird, hält eine so behandelte Pflanze ungefähr zwei Drittel länger; im Winter unter Umständen sogar mehr als doppelt so lange, als in reinem Wasser. Das Wasser bleibt weitgehend klar, es kann lediglich ein weißer Niederschlag im Wasser auftreten. Dies sind gebundene Pflanzenteile und -säfte sowie Ausflockungen aus dem Leitungswasser. Leider hat sicher schon jeder einmal negative Erfahrungen mit diesen Mitteln gemacht, wenn sie als kleines Tütchen mit am Strauß hingen. Dies liegt daran, dass sie nur bei richtiger Dosierung auch ausreichend wirken. Wie eine Befragung von 250 Personen im Rahmen einer Untersuchung der FH Weihenstephan ergab, messen nur 15 Prozent die vorgegebene Wassermenge ab und obwohl die Meisten Wasser in der Vase nachfüllen, geben nur sechs Prozent davon zusätzliches Frischhaltemittel nach. Auch das Abschätzen der Vasenfüllmenge ergab überwiegend ein schlechtes Augenmaß. Daraus ergibt sich, dass die Mittel in der Praxis in der Regel unterdosiert werden und demzufolge in ihrer Wirkung stark abgeschwächt sind.