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Sommerform der Gerste bleibt Hauptrohstoff fürs Bier

Auch wenn die Winterbraugersten in diesem Jahr ertraglich und qualitativ gut abgeschnitten haben, werden sie auch weiterhin nur einen eher kleinen Teil des Marktes abdecken. Die Gründe hierfür liegen vor allem bei der aufnehmenden Hand, denn sowohl die Mälzer als auch die Brauereien haben kein Interesse an einer aufwendigen Umstellung ihrer Produktion auf Winterbraugerste.
Auch wenn die Landwirte die positiven agronomischen Eigenschaften der Winterung noch so schätzen – wenn sie den ge­forderten Rohstoff Sommergerste nicht liefern, deckt sich die Brauwirtschaft auf dem Weltmarkt mit entsprechender Ware ein. So ist es auch in diesem Jahr. Die Preisexplosion, welche die Bierbranche im letzten Jahr viel Geld gekostet hat, weil auf den internationalen Märkten kaum braufähige Ware zu bekommen war, hat offenbar keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Das zeigen die deutlich schwächeren Preisvorstellungen des Handels, die dem Bauern bei gestiegenen Produktionskosten die Entscheidung pro Sommerbraugersten-Anbau schwer macht. Also werden die Flächen nun nach einer deutlichen Ausweitung wieder sinken – bis zum nächsten Preisschock mangels Bierrohstoff.
Wie schon erwähnt, könnten Winterbraugersten für die Landwirte eine Alternative darstellen, denn sie bringen vor allem durch den bis zu 15 Prozent höheren Ertrag eine deutlich höhere Marktleistung.
Vielleicht bringt der nächste oder übernächste Versorgungsengpass die nötige Einsicht auf Seiten der Abnehmer, dass ein Kompromiss zwischen Braueignung – in der Wintersorten den Sommerungen eigentlich kaum noch nachstehen – und agronomischen Eigenschaften beiden Seiten helfen könnte. Näheres zum Anbau von Winterbrau­gersten finden Sie in unserem Schwerpunkt Herbsbestellung.
Karsten Becker