Schweinepest nun auch in der Pfalz

Die Schweinepest ist jetzt bei einem Wildschwein in der Pfalz aufgetreten. Der Frischling war in der Verbandsgemeinde Waldfischbach im Kreis Südwestpfalz erlegt worden, das Virus wurde im Landesuntersuchungsamt (LUA) nachgewiesen.

Besonders die eben geworfenen Frischlinge sind gefährdet.
Foto: djv

Da die Wildschweine zurzeit „frischen“ und die Jungtiere besonders empfänglich für die Schweinepest sind, ist eine weitere Verbreitung der Krankheit im Wildbestand zu befürchten. Die Tierkrankheit ist für Menschen ungefährlich, kann aber einen hohen wirtschaftlichen Schaden anrichten, wenn sie in Hausschweinbestände eingeschleppt wird. Seit 2003 wird in der Pfalz Schwarzwild mit Köderimpfungen gegen die Schweinepest geschützt.

Vorsicht bei Hausschweinen

In Teilen der Landkreise Südwestpfalz und Kaiserslautern wird ein gefährdeter Bezirk ausgewiesen. Dazu gehören:

Im Landkreis Südwestpfalz die Verbandsgemeinden Rodalben, Thaleischweiler-Fröschen, Wald­fischbach-Burgalben und Wallhalben.

Im Landkreis Kaiserslautern die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau (südlich der A6), Kaiserslautern-Süd, Landstuhl und die Stadt Kaiserlautern (südlich der A6).

Im gefährdeten Bezirk werden ab Ende März Wildschweine gegen das Virus der klassischen Schweinepest geimpft. Außerdem müssen alle erlegten und toten Wildschweine auf Schweinepest untersucht werden. Umweltministerin Conrad ruft die Landwirte erneut zu besonderer Vorsicht auf. „Um eine Ausbreitung der Tierseuche und die Einschleppung des neuen Virus in die Hausschweinebestände zu verhindern, muss mit allen Mitteln vermieden werden, dass Wildschweine in Kontakt mit Hausschweinehaltungen kommen können. Futtermittel und Einstreu landwirtschaftlicher Betriebe sind unbedingt unzugänglich für Schwarzwild aufzubewahren.“ Zurzeit kommen die Wildschweine zudem wegen der knappen Nahrung am Ende des Winters nah an Haustierhaltungen heran.

Auch die Jäger bittet Conrad bei der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen um volle Unterstützung. Sie legen im Impfgebiet Impfköder gegen die Schweinepest aus. Wenn dies regelmäßig geschieht, lässt sich die Ausbreitung der Tierseuche erfolgreich verhindern. Tierliebhaber und Wanderer werden gebeten, beim Fund geschwächter und kranker Frischlinge dem Veterinäramt zu melden. Seit Anfang Februar hat das Landesuntersuchungsamt insgesamt bei sieben Wildschweinen das Virus der Schweinepest nachgewiesen. Neben dem Wiederauftreten der Seuche in der Pfalz besteht im rechtsrheinischen Norden des Landes ein davon neues Seuchengeschehen. Zwei infizierte Tiere stammten aus dem Kreis Altenkirchen, drei aus dem Kreis Neuwied und eines aus dem Westerwaldkreis. Die Klassische Schweinepest (KSP) ist eine virale seuchenhaft verlaufende Infektionskrankheit der Haus- und Wildschweine. Die Leitsymptome bestehen in hohem Fieber, Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit, Lidbindehautentzündung und Nasenausfluss. Später zeigen die kranken Tiere unsichere Bewegungen, Zittern und eine Hinterhandlähmung.

Charakteristisch sind die blauen Verfärbungen der Haut an Bauch und Ohren. Sie sind auf punkt- bis flächenhafte Blutungen zurückzuführen, die auch in den Schleimhäuten auftreten. Die Todesrate ist bei Jungtieren wesentlich höher als bei ausgewachsenen Schweinen. Die Inkubationszeit der KSP beträgt etwa eine Woche. Als Hauptinfektionsquelle für Hausschweinebestände gilt der Kontakt zu Wildschweinen. Infos über die Entwicklung der Tierseuche sind auf der Internetseite des Landesuntersuchungsamtes: www.lua.rlp.de. mufv