Stallbodentechnik gibt Gummi

Klauenschonende Matten für Rinderställe von Kraiburg

Um seine Produktion von Gummimatten für Rinderställe und deren Anwendung zu demonstrieren, veranstaltete das Unternehmen Kraiburg im bayerischen Tittmoning Ende März einen Workshop. Dabei stand vor allen Dingen der positive Effekt auf die Gesundheit der Klauen der Tiere im Blickpunkt.

Das Rind als Fernwanderwild ist von Natur aus auf ein gewisses Maß an Fortbewegung ausgerichtet. Vier bis sechs Kilometer legt ein Rind auf der Weide täglich zurück. Dabei bevorzugen Paarhufer weichen Boden. Nachgebender Untergrund sorgt nicht nur für einen stabilen Stand, sondern auch für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung auf die Klauen. Der Abrieb erfolgt in der Natur durch sandige Bestandteile des Bodens. Weshalb es von so großer Bedeutung ist, bei der Gestaltung des Stallbodens der natürlichen Anatomie der Rinder entgegenzukommen, erläuterten Experten der Firma Kraiburg im Zuge des Workshops. Die Haltung von Milchkühen im Liegeboxenlaufstall ist prinzipiell tier- und leistungsgerecht: Die Kuh muss aktiv zum Fressen, Trinken, Melken und zur Viehbürste gehen. Dies funktioniere aber nur bei unbehinderter Fortbewegung, sagte Dr. Barbara Benz, Agrarbiologin im Unternehmen Kraiburg. Sie betonte, dass eine gut abgestimmte Futter­ration nur dann wirtschaftlich sei, wenn die tatsächliche Futteraufnahme stimmt, das heißt, wenn die Mobilität der Kuh nicht eingeschränkt ist und sie sich gern und häufig zum Futtertisch bewegt. Voraussetzung hierfür ist eine funktionierende Klaue. Harter Untergrund wie Betonboden führt dazu, dass sich die Tiere weniger bewegen. Dies hat nicht nur eine verringerte Durchblutung des Horns zur Folge, sondern kann auch zu einer geringeren Futteraufnahme führen. Bei Energiemangel wird teils auch auf Fettpolster zurückgegriffen, die im hinteren Bereich der Klauen liegen, was wiederum eine noch geringere Mobilität des Tieres nach sich zieht. Hinzu kommt die höhere Anfälligkeit gegenüber bakteriellen Infektionen aufgrund von verminderter Hornqualität. Auf den übermäßigen und unnatürlich verteilten Druck auf die Klauen reagiert die Kuh mit vermehrter Hornbildung. Diese verschlimmert jedoch die Druckprobleme durch unnatürliche Klauenform beziehungsweise -winkel. Folgeerscheinungen wie beispielsweise das Rusterholz'sche Sohlengeschwür sind keine Seltenheit.

In bequemen Liegeboxen liegen die Tiere länger

Für gesunde Klauen sind aber nicht nur ein weicher, sauberer und trockener Stallboden wichtig, sondern auch der Liegekomfort. Denn je länger die Tiere liegen können (mindestens zwölf Stunden am Tag), desto länger trocknen die Klauen und desto kürzer stehen sie im feuchten Milieu. Dem Liegekomfort kann mit flexiblen Nackensteuern begegnet werden, die auch größeren Tieren des Bestands ein Stehen mit allen vier Beinen in der Liegebox ermöglichen.

Weicher Boden sorgt für gesunde Klauen

Mit den Gummimatten will das Unternehmen Kraiburg den anatomischen Ansprüchen gesunder Tiere entgegenkommen. „Wir wollen im Stall möglichst nah an die natürlichen Bedingungen herankommen“, erklärte Benz. Hierfür wird nicht nur im Werk selbst, sondern besonders in der Praxis der Effekt des weichen Belags getestet. „Wir fahren zu den Landwirten und schauen uns den Stall und die Tiere an“, sagte Dr. Catrin Borberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Kraiburg. Einer dieser Ställe liegt im österreichischen Unterkriebach. Felix Arsen, der Betriebsinhaber, hat vor etwa eineinhalb Jahren vom Anbinde- auf einen Liegeboxenlaufstall umgestellt, der mit den Gummimatten ausgelegt ist. „Die Klauenprobleme haben sich seither erheblich gebessert“, so Arsen. Kraiburg (www.kraiburg-agri.de,  Tel. 08683/701-303) bietet für alle Stallbereiche Matten an. Die Laufgangmatten gibt es für planbefestigte und für Spaltenböden. Liegeboxenbeläge gibt es für Boxenlaufställe, Jungviehställe, Anbindeställe und Fressliegeboxen. Auch für den Melkstand sind Gummibeläge im Sortiment. Gomringer