Neues zum Heizen mit Holz

LIGNA 2009 zeigte im Heizbereich fortschrittliche Technik

Besuchermagnet der LIGNA war wiederum der Bereich „Energie aus Holz“ mit Sonderschauen und Vortragsveranstaltungen. Während der Messe war deutlich zu spüren, dass Holz als Energieträger weltweit an Bedeutung gewinnt und Mitteleuropa mit Deutschland, Österreich und Skandinavien über die fortschrittlichsten Technologien für eine effiziente und umweltfreundliche Nutzung verfügt.

Im Forstbereich der LIGNA wurden wiederum vielfältige Maschinen und Geräte für die Brennholzbereitung wie Sägen in unterschiedlichen Ausführungen, hydraulische Spaltgeräte, kombinierte Schneidspalter sowie Hackmaschinen in unterschiedlichen Größen und Leistungen gezeigt. Für die Scheitholzbereitung wurde von GH- Tec mit dem „GH 700“ ein neuer Brennholzsägeautomat vorgestellt. Das Gerät arbeitet mit einer Bandsäge, der die Holzscheite durch eine Vorschubtrommel zugeführt werden. So können z. B. Meterscheite pro Sägevorgang durch Doppelschnitt der Bandsäge zu drei Scheiten á 33 cm gesägt werden. Antrieb elektrisch, Holzdurchmesser 2 bis 17 cm, Leistung rund 5 rm/h, Förderbandlängen von 2 und 4 m sind möglich. Der Preis beträgt 8 500 Euro plus MwSt. mit Fahrwerk und 4 m Förderband.

Ansonsten wurde bewährte Technik gezeigt, wo Handhabung und Leistung durch Detaillösungen verbessert wurden. So bietet Posch für seine waagerechten Spalter vom Typ „Split Master“ ein besonderes Spaltmesser „Easy“ an, das auch nachgerüstet werden kann. Befindet sich der Stamm auf dem Spalttisch, wird das Messer in der Höhe so eingestellt, dass der untere Teil des Stammes in die gewünschte Größe der Scheite gespalten wird. Die oberen, nochmals zu spaltenden Scheite können von einer Auflageplatte des Spaltmessers mit Hilfe eines Einhand-Sappi bequem wieder in die Spaltmulde oder die Vorlage- oder Hebeeinrichtung gezogen werden. So kann, besonders beim Spalten großer Stämme, die Leistung der Geräte erhöht und die Arbeit erleichtert werden.

Die seit Jahren bekannte und bewährte Trommelsäge „Rotomat“ von Kretzer, eine Säge mit einer Art Revolvertrommel als extrem sichere Zuführung der Holzscheite, wird nun auch mit Verbrennungsmotor angeboten. So kann die Maschine auch stromunabhängig im Wald eingesetzt werden. Die Trommel wird heute mit gleich großen Kanälen für die zu schneidenden Scheite angeboten. So konnte die mögliche Arbeitsleistung auf 15 bis 16 rm/h erhöht werden.

Ausgefeilte Hackschnitzellinie

Mittelpunkt des Energieholzbereiches war die Techniklinie „Vom Baum zum Brennstoff“, wo Hackerhersteller wie Junkkari, Eschlböck, Heizomat, Bruks und Jenz ihre Maschinen in unterschiedlichen Größen vom kleinen Anbauhacker für den Schlepperbetrieb, bis zum Großhacker als LKW- oder Rückezugaufbau zeigten. Ein Großteil der Maschinen wurde auch im praktischen Einsatz vorgeführt. Hier hält der Trend hin zu größeren, von Unternehmern einzusetzenden, Maschinen an. Mit Nachzerkleinerungseinrichtungen, Sieben oder Rechen versucht man die Schnitzelqualität zu verbessern, da insbesondere kleinere Hackschnitzelfeuerungen unter 70 kW hohe Anforderungen an eine gleichmäßigere Hackschnitzelgröße stellen. Immer mehr kleinere Anbauhacker werden mit Fahrachsen ausgestattet oder auf Lafetten gesetzt. Für Brennstoffhändler war der nachgelagerte Bereich interessant, wo gezeigt wurde, wie Hackschnitzel gesiebt, mit Pumpcontainern transportiert oder getrocknet werden können. Die RWG Leese zeigte die Trommelsiebmaschine T5 von Terra Select, mit der bis zu 120 m3 Holzhackschnitzel pro Stunde gesiebt werden können. Holz-Reimann aus Bad Harzburg zeigte einen Pumpcontainer, mit dem schwer zugängliche Hackschnitzellager, die abseits befahrbarer Flächen liegen, staubfrei beliefert werden können. Die 36 m3 Fassungsvermögen des Containers können bei einem Förderweg von 25 m in etwa zwei Stunden entleert werden. Bei kürzerem Förderweg reduziert sich der Zeitbedarf. Die Linie endete mit einem Schubwendetrockner der Firma Riela für die technische Trocknung von Waldhackschnitzeln. Beheizt werden die Trockner mit Containerfeuerungen für Hackschnitzel mit Leistungen von bis zu 500 kW. Die Trocknungs­leistungen liegen dann bei 2,2 t/h. Die Trockner werden in vielen Größen ab 55 000 Euro angeboten, häufig zur Abwärmenutzung von Biogasanlagen eingesetzt.

Neue Feuerungstechnik

Wörle Umwelttechnik stellte einen neu entwickelten Brenner für Holzpellets vor, der gemeinsam mit der FH Rottenburg entwickelt wurde. Der Brenner wird wie ein Öl- oder Gasgebläsebrenner vor einen Kessel gebaut und kann so ohne großen Aufwand an bestehende Kessel geflanscht werden. Durch räumlich getrennte und zeitlich versetzte Verbrennungsphasen sollen hohe Wirkungsgrade, gute Regelbarkeit und äußerst geringe Emissionswerte erreicht werden. Der vorgestellte Brenner wird mit einer Heizleistung von 110 kW zum Preis von 9 500 Euro netto angeboten und wird bereits in 60 Anlagen im Einsatz erprobt. Er soll zukünftig auch in größeren und kleineren Leistungen gebaut und auch für Holzhackschnitzel und Bio­brennstoffe wie Strohpellets oder Getreideabfälle modifiziert werden. Den ersten Holz- oder Kaminofen, der nach dem klassischen Vergasungsprinzip von modernen Holzkesseln arbeitet, stellte Specht Ofensysteme auf dem Stand von HeRo (Kompetenzzentrum Hessen Rohstoffe) mit dem Xeoos „TwinFire“ vor. Dabei wird das Holz in der oberen Brennkammer verbrannt und vergast, die Schwelgase durch einen speziellen Rost in die untere Brennkammer geleitet und mit Temperaturen von 1 000 bis 1 200° C nachverbrannt. Ein spezieller Metallfächer beginnt zu glühen und fördert die Nachverbrennung im unteren Bereich. So sollen feuerungstechnische Wirkungsgrade von über 90 Prozent und extrem geringe Emissionswerte erreicht werden. Der hochwertige Ofen wird mit 5 und 8 kW ab 2 890 Euro brutto angeboten, die Fertigung ist nach DIN ISO 9001-2000 zertifiziert (www.xeoos.de).

Vor dem Hintergrund zukünftig schärferer Emissionsbestimmungen stellte die Firma Schräder mit dem „AL-TOP“ einen Elektro- Feinstaubfilter mit selbsttätiger Reinigung für Feststofffeuerungsanlagen vor. Staub­emissionen werden beim Eintritt in den Filter elektrostatisch aufgeladen, an einer Filterschüttung angelagert und durch eine Sprühanlage automatisch abgereinigt. Das kompakte Gerät kann auch an bestehende Anlagen nachgerüstet werden und soll Reinigungsleistungen von 60 bis 80 Prozent erreichen. Der elektrische Leistungsbedarf liegt bei 50 Watt. Der Filter wird derzeit mit den Größen 50, 100, 150 kW auf den Markt gebracht und kostet in den genannten Größen 3 000, 3 500 und 4 000 Euro. Carsten Brüggemann, LWK Niedersachsen