Die Landwirte müssen liquide bleiben

Fragen an den Vizepräsidenten des Bundesverbandes der Maschinenringe

Friedrich Schäfer
Foto: LW

Letzten Monat wurde Friedrich Schäfer aus Vöhl neuer Vizepräsident des Bundesverbandes der Maschinenringe (s. LW 26/2009, S. 6). Das LW befragte den Nordhessen über die Situation des Verbandes und seine Ziele als neuer Vizepräsident.

LW: Herr Schäfer, was reizt Sie an der Aufgabe, im Bundesverband der Maschinenringe Vorstandsarbeit zu leisten?

Friedrich Schäfer: Die Agrarstruktur in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Hessen – als das Land der Mitte – nimmt in vielfältiger Weise eine Mittler-Rolle ein. Die Maschinenringe in Deutschland haben eine sehr heterogene Struktur. Mich reizt die Zusammenführung auf fachlicher Ebene. Ich möchte als Multiplikator die Erfahrungen einbringen, die ich in Hessen gemacht habe, wie zum Beispiel gemeinschaftliche Investitionen über die Wasser- und Bodenverbände oder die durch die Maschinenringe betreuten GbR oder GmbH & Co. KG. In Hessen haben wir 10 000 Mitglieder, im Bundesverband 193 000. Ich bin mir der Aufgabe, die ich in schwierigen Zeiten übernommen habe, bewusst. Ich strebe eine gute Zusammenarbeit mit dem Präsidenten Leonhard Ost aus Bayern und dem anderen Vizepräsidenten Rolf Zobel aus Baden-Württemberg an. Als Nordhesse möchte ich insbesondere auch die Kontakte zu den nördlichen Bundesländern pflegen.
LW: Wo sehen Sie die Schwerpunkte und Herausforderungen in Ihrer Amtszeit?
Schäfer: In der Harmonisierung der Kreis- und Landesverbände mit dem Bundesverband. Ich möchte die Meinungsbildung von unten nach oben fördern. Außerdem möchte ich die Verbände unterstützen, die sich im Aufbau befinden, beispielsweise in den neuen Bundesländern. Einen weiteren Schwerpunkt werde ich in der Verbesserung der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, wie dem Bauernverband, den Landfrauen und der Landjugend, setzen. Außerdem finde ich Fort- und Weiterbildungen für Haupt- und Ehrenamt wichtig. Ich freue mich auf viele Diskussionen in ganz Deutschland vor allem mit der jungen Generation.
LW: In welchen Bereichen können Maschinenringe die Landwirte – gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise – unterstützen?
Schäfer: Besonders wichtig ist die Liquiditätssicherung für Landwirte, die zum Beispiel durch den Verzicht auf einzelbetriebliche Investitionen verbessert werden kann. Eine weitere Unterstützung wird durch die Vermittlung von ÜMV-Maschinen gewährt, die dann durch eine bessere Auslastung auch rentabler werden. Eine weitere Unterstützung bieten wir im Bereich der Einkommensalternativen an, wie etwa in den Bereich erneuerbare Energien und Kommunalarbeiten.
LW: Wie sehen Sie die Maschinenringe im Umfeld von Lohnunternehmern und Eigenmechanisierung positioniert?
Schäfer: Viele Lohnunternehmer sind Mitglied in den MR. In Hessen haben wir ein sehr gutes Verhältnis, Zum Beispiel einen Arbeitskreis der MR, Wasser- und Bodenverbände und Lohnunternehmer. Hier werden mit dem HBV und dem LLH Verrechnungssätze für den überbetrieblichen Maschineneinsatz erarbeitet. Jede Art der ÜMV dient der Kosteneinsparung im Betrieb. Aber auch die Eigenmechanisierung kann in Betrieben ab einer gewissen Größenordnung sinnvoll sein. In Zusammenarbeit mit dem LLH sind die örtlichen MR gerne bereit, sinnvolle Lösungen für den Einzelbetrieb zu berechnen. Der Landwirt ist ein selbständiger Unternehmer und wird selbständig entscheiden, was in seiner Situation am besten in sein Unternehmen passt.
Die Fragen stellte Karsten Becker