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Liquidität sichern

Bei den drastisch zurückgegangenen Milchpreisen kann kaum noch ein Milchviehbetrieb kostendeckend arbeiten. Eine ähnliche Situation erleben wir auch bei den Ackerbauern, und die Schweinehalter kommen aus einem großen Preistief. Die Konsequenz ist, dass sich die Liquidität der Betriebe erheblich verschlechtert hat.
Die Liquiditätsplanung gewinnt deshalb für viele Betriebe an Bedeutung, um den finanziellen Überblick im Betrieb zu haben und zu behalten. Dies ist nur möglich, wenn die Buchführungsunterlagen von den Betrieben zeitnah bearbeitet werden, nur so können Fehlentwicklungen im Betrieb frühzeitig behoben werden. Ein Finanzplan sollte die Einnahmen und Ausgaben des Betriebes im Jahresablauf monatlich darstellen. So kann der Betriebsleiter sehr schnell erkennen, wann die meisten Ausgaben, zum Beispiel Versicherungen für Gebäude und Fahrzeuge im Januar, und wann die meisten Einnahmen, beispielsweise Getreideverkauf nach der Ernte, Milchgeld gleichmäßig über das Jahr verteilt, fällig werden.
Wichtig ist die Kontrolle und Berücksichtigung der Privatentnahmen und -einlagen, denn sie können die finanzielle Situation eines Betriebes maßgeblich beeinflussen.Ob der Landwirt die Liquiditätsplanung für seinen Betrieb im Griff hat oder nicht, erkennt er leicht an seinem Girokonto. Wenn in einem Jahr keine besonders großen Investitionen anstehen, sollte das Girokonto während des Jahres überwiegend im Plus und nur für einen kurzen Zeitraum im Minus sein.
In der jetzigen Situation sollte der Landwirt mit Hilfe eines Beraters alle Einsparpotenziale im Betrieb analysieren. Besteht ein Liquiditätsengpass, ist das offene Gespräch mit der Hausbank erforderlich, damit Tilgungen gestreckt und/oder Darlehen zur Überbrückung aufgenommen werden können. Hier sollte auch geprüft werden, ob das Hessische Liquiditätshilfeprogramm (HLL) von Bund und Land eine geeignete Maßnahme für den Betrieb darstellt (www.hmuelv.hessen.de).   Anne Mawick, LLH