Markttelegramm KW 3

Tierische Erzeugnisse
Schlachtrinder Die Vermarktung schlachtreifer Rinder verläuft zum Jahresbeginn ungewöhnlich flott. Das Erzeugerangebot bleibt besonders bei Jungbullen und Metzgerfärsen ausgesprochen knapp, in der Folge ziehen die Notierungen weiter an. Auch Schlachtkühe stehen wieder verstärkt im Fokus der Vermarkter, trotz umfangreicherer Stückzahlen lassen sich auch hier Preisaufschläge durchsetzen.
Schlachtschweine Am Schlachtschweinemarkt kam es in der letzten Woche zu einer überraschend deutlichen Rücknahme der Notierung um 15 Cent. Der Angebotsdruck durch spanisches Fleisch und saisonal schwache Nachfrage bei hohen heimischen Beständen haben dazu geführt. Eine Stabilisierung des Marktes kann erst nach Abbau der Überhänge erfolgen. Die nächste Internetauktion findet am 16.01. statt.
Ferkel Nach der deutlichen Rückstufung der Schweinepreise gerät auch der Ferkelmarkt unter Druck. Für die laufende Woche werden die Notierungen um 5 Euro (Nord-West, VEZG) bzw. 5,50 Euro (BaWü) zurückgenommen. Der Ferkelabsatz wird auch durch den Überhang bei schlachtreifen Schweinen gestört.
Nutzkälber Die Vermarktung am regionalen Nutzkälbermarkt verläuft jahreszeitlich typisch verhaltener, aber trotz der weiter bestehenden Handelsrestriktionen vergleichsweise reibungslos. Vermarkter versuchen weiterhin Preisdruck aufzubauen, das anhaltende Preishoch für Schlachtrinder stützt jedoch die hohe Einstallbereitschaft in den Mastbetrieben und damit auch das stabiles Preisniveau.
Eier/Geflügel Die übliche Verschnaufpause am Eiermarkt nach den Feiertagen bleibt dieses Jahr aus. Trotz der fehlenden Handelstage und eingeschränkter Logistik haben sich kaum Bestände entwickelt. Die Verbrauchernachfrage bleibt ungebrochen flott und das Erzeugerangebot in höherwertigen Sortimentsbereichen sehr begrenzt. Regional verläuft der Absatz in den LEH stetig, steigende Produktionskapazitäten bedingen hier eine vergleichsweise stabile Versorgungslage.
Pflanzliche Erzeugnisse und Futtermittel
Getreide und Ölsaaten Die Geschäftstätigkeiten am regionalen Getreidemarkt bleiben unterentwickelt und beschränken sich auf die Abwicklung bestehender Kontrakte. Die Offerten des Erfassungshandels zeigen für Brot– und Industriegetreide kaum Potential und verharren auf schwacher Basis, prompter Bedarf für Futtergetreide bildet wieder das untere Preisfixum auf Erfassungsstufe. Immerhin haben sich die Rapskurse für alterntige Ware spürbar erholt, nennenswerte Mengen lassen sich jedoch kaum mobilisieren.
Futtermittel Der Handel am regionalen Markt für Futtermittel startet verhalten ins neue Jahr. Promptes Rapsschrot steht kaum zur Verfügung und verteuert sich entsprechend, Anschlusstermine ab dem 2. Quartal günstiger. Sojaschrot bei stabilen Kursen vernachlässigt. Für Mischfutter stehen neue Preiskalkulationen im Fokus, verteuerte Komponenten führen über die gesamte Produktpalette zu steigenden Forderungen des Handels. Teures Futter passt bei massiven Preiseinbrüchen für Milch und Schweinefleisch schlecht in die Kalkulationen der Landwirtschaft, trotzdem wird von stetiger Nachfrage berichtet.
Kartoffeln Der Kartoffelmarkt bleibt weiter ohne wesentliche Impulse. Nach den Feiertagen ist die Nachfrage erwartungsgemäß verhalten, das Angebot aus den Überschussgebieten groß. Weitere Lageraufschläge für qualitativ hochwertige Ware sind vorerst nicht absehbar, vielmehr werden Partien mit Einschränkungen bei der Qualität abgewertet, Verbraucher und Handel stellen hohe Ansprüche.
Quelle: Landwirtschaftskammer
Blick in den Markt
 – LW 3/2026