Kleine Mohnfee öffnet morgens die Blüten

Sippels Mohnfelder sind Touristenattraktion am Hohen Meißner

Welch eine rosafarbene Pracht – wenn auch nur von kurzer Dauer: Ein paar Wochen lang konnte man die Mohnblüte in Germerode, einem Ortsteil der Gemeinde Meißner im Werra-Meißner-Kreis bestaunen. Die Mohnfelder von Nebenerwerbslandwirt Björn Sippel haben sich als touristischer Magnet entwickelt. In den letzten fünf bis sechs Wochen kamen weit über 10 000 Besucher zur Mohnblüte nach Nordhessen. Das LW hat nachgefragt, wie Familie Sippel auf die Idee kam, Schlafmohn anzubauen.

Auf den Mohnfeldern des Meißnerhofs „schwebt“ Tochter Lena Sippel jeden Morgen als kleine Mohnfee über die Pflanzen und berührt sie mit ihrem Zauberstab, damit sie ihre Blüten öffnen.
Foto: Naturpark/Sippel

Die Idee, Mohnfelder anzulegen, entstand vor fünf Jahren. „Wir hatten damals viel Mohn in unserer Rapsfläche. Immer wieder standen Menschen am Feldrand und fotografierten diese blühende Pracht“, berichtet Björn Sippel. Im Gespräch darüber mit dem Geschäftsführer des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald, Marco Lenarduzzi, gab dieser den letzten Impuls, den Mohnanbau anzugehen. „Mit der Zusage für die Unterstützung durch den Naturpark fiel uns dieser Schritt umso leichter“, erinnern sich Björn und Ehefrau Anja Sippel. Ein Schritt wie im niederös­ter­reichischen Waldviertel, wo Mohn schon seit Jahren gut vermarktet wird. „Eine Pflanzenölmühle für unseren Raps hatten wir ja schon. Warum damit nicht auch Mohn pressen? Eine Wanderregion ist die Gegend außerdem. Warum also nicht Mohn und Tourismus miteinander verbinden? Unser Meißnerhof ist in der dritten Generation Landhotel und Restaurant zugleich. Warum nicht Mohn­­ge­richte auf die Speisekarte bringen?“, waren die Gedankengänge des 40-jährigen Kochs und Nebenerwerbsland­wirts.

„Der Naturpark hat die ganze Beschilderung übernommen und macht die Werbung für die Mohnblüte in unserer Region. Das könnten wir alleine gar nicht leisten“, sagt Sippel. Weitere Unterstützung erhält der Hof vom Kreisbauernverband, dem Amt für den ländlichen Raum in Eschwege-Oberhone und der Gemeinde Meißner.

Antrag bei der Opiumstelle

Um den morphinarmen Schlafmohn anbauen zu können, musste Sippel ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. „Bei der Erstbeantragung wird schon ge­nau hingeschaut, ob man eine weiße Weste hat“, berichtet der Landwirt. Außerdem musste er bei der Opiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte einen Antrag für den Anbau und die Gewinnung des Mohns stellen. Regelmäßig muss dafür in Luftbildern eingetragen werden, wo sich die Mohnflächen befinden, mit Angabe der Flächenindi­ka­tor­(FLIK)­-Nummer und Gemarkung.

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