„Natto“, ein japanisches Sojabohnengericht

Ungewöhnliche Spezialität mit Umami-Geschmack

Durch Fermentation entsteht die typisch klebrige Konsistenz und ein intensiver Geruch von Natto, der für viele Menschen in westlichen Kulturen gewöhnungsbedürftig ist. Dennoch hat sich Natto in den vergangenen Jahren über die sozialen Medien weltweit zu einem Foodtrend entwickelt.

Natto ist ein fermentiertes Gericht, das in Japan traditionell zum Frühstück gehört.

Foto: imago/Pond5 Images

Seit Jahrhunderten wird Natto in Japan durch Fermentation hergestellt. Früher wurden gekochte Sojabohnen dafür in Reisstroh eingewickelt. Heute kommen meist Starterkulturen mit dem Bakterium Bacillus subtilis zum Einsatz. Während der bis zu 48-stündigen Fermentation entstehen die langen, klebrigen Fäden und der intensive Geruch, der an gereiften Käse erinnert.

Auch hierzulande entdecken immer mehr Menschen die ungewöhnliche Spezialität mit dem herzhaften Umami-Geschmack und den nussigen, erdigen Noten. Vor dem Verzehr wird Natto mit Essstäbchen kräftig in kreisenden Bewegungen verrührt und meist mit Sojasoße, Senf oder weiteren Gewürzen vermischt. Durch das Rühren entsteht die besonders cremige Konsistenz.

Fermentierte Lebensmittel wie Natto werden unter anderem mit positiven Wirkungen auf das Darmmikrobiom (früher „Darmflora“ genannt) und das Immunsystem in Verbindung gebracht. Natto liefert etwa hochwertiges Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamin B2, Phosphor und Eisen. Besonders bekannt ist das Sojabohnengericht für seinen hohen Gehalt an Vitamin K, das an der Blutgerinnung und am Knochenstoffwechsel beteiligt ist.

In Japan gehört Natto traditionell zum Frühstück. Meist wird es mit scharfem Karashi-Senf, einer Dashi-Sojasoße und fein gehackten Frühlingszwiebeln zu gekochtem Reis serviert. Natto schmeckt außerdem als Brotaufstrich, zu Soba-Nudeln, in Suppen oder Salaten. Es lässt sich gut mit Gemüse, Seidentofu oder Kimchi kombinieren oder mit getrockneten Algenstreifen verfeinern.

Hierzulande ist die Spezialität frisch, im Glas oder tiefgekühlt in Asia-Märkten und im Internethandel erhältlich.

bzfe.de – LW 31/2026