Pfälzer Bauern meistern schwierigen Saisonverlauf

Und das trotz hoher Preissensibilität im Markt

Wenige Tage vor dem Ende der Spargelsaison zieht Pfalzmarkt eG eine positive Bilanz. Die bisher vermarkteten Mengen liegen über dem Vorjahresniveau, zugleich wird ein höherer Warenumsatz erwartet. Damit behauptet sich der Spargelanbau trotz gestiegener Produktionskosten durch Energie und Mindestlohn.

Nach einer ersten Prognose konnten die 20 aktiven Spargel-Erzeuger bei Pfalzmarkt eG die Gesamtabsatzmenge von 721 500 kg aus der Saison 2025 um rund 10 000 kg übertreffen.

Foto: Pfalzmarkt eG

Einige Tage vor dem traditionellen Ende der heimischen Spargelsaison – dem Johannistag am 24. Juni – hat Pfalzmarkt für Obst und Gemüse in Mutterstadt ein positives Fazit gezogen: Die erste, noch nicht abschließende Erntebilanz zeigt, dass die 20 aktiven Spargel-Erzeuger bei Pfalzmarkt bereits am Ende der ersten Juniwoche die Gesamtabsatzmenge von 721 500 kg aus der Saison 2025 um rund 10 000 kg übertreffen konnten.

Da sich die Erzeugerpreise während der laufenden Saison weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres bewegten, wird auch der Warenumsatz von 3,7 Mio. Euro aus 2025 übertroffen, so die Einschätzung. Die Genossenschaft erwartet, dass der Warenumsatz, der 2026 mit weißem und grünem Spargel erzielt wurde, sich zwischen 3,8 bis 4 Mio. Euro einpendelt.

Angebot und Nachfrage halten sich die Waage

In der Anbauregion „Gemüsegarten Pfalz“ wird Spargel traditionell immer mit als erstes in Deutschland geerntet. Regional haben Pfalzmarkt-Erzeuger bereits am 13. März die allerersten Spargelstangen gestochen. Hugo Da Mota, Mitarbeiter im Spargelbüro sagt: „Nach einem normal frühen Saisonstart, guten Witterungsbedingungen und Qualitäten hatten wir über die Saison stets gute Mengen zu bieten. Dass es mit Angebot und Nachfrage – trotz hoher Preissensibilität im Spargelmarkt – sehr gut gepasst hat, lag auch an den vielen Feiertagen im Mai.“

Lohnkostendruck und Iran- Krise bremsen Euphorie

Für Weiß- und Grünspargel hatte Pfalzmarkt über die Saison jeweils drei Klassen und insgesamt 23 unterschiedliche Kalibrierungen im Angebot. 2026 lagen die Anbaufläche von etwa 650 ha und die Anzahl der 20 Spargel-Erzeuger bei Pfalzmarkt nahezu konstant auf Vorjahresniveau.

Vor allem die explodierenden Dieselpreise infolge der Iran-Krise im März und April sorgten – ergänzend zur Mindestlohnerhöhung von 12,82 Euro auf 13,90 Euro zum Jahresbeginn 2026 – für eine weitere Kostenbelastung der Erzeugerbetriebe. Da Mota sagt: „Der Lebensmitteleinzelhandel hat 2026 intensiv Spargel nachgefragt und diesen zu fairen Erzeugerpreisen abgenommen. Dass sich dieser positive Trend nicht bei allen Spargel- Anbietern unserer Genossenschaft 1:1 in den Bilanzen auswirkt, liegt darin begründet, dass die Produktionskosten deutlich stärker angestiegen sind als die Erzeugerpreise.“

Die Spargelbroker bei Pfalzmarkt arbeiten analog zu Brokern an einer Wertpapierbörse. Dabei wird das Spargelangebot weitgehend vom Wetter bestimmt. Da die Erntemengen bei warmen Temperaturen überproportional zunehmen, kann sich das Marktgeschehen von einem auf den anderen Tag komplett drehen. Wie hoch, beziehungsweise niedrig die Herausforderungen sind, veranschaulicht die Bandbreite der angelieferten Tageshöchst- und Tiefstmengen, die 2026 in der Anlieferung zwischen 0,5 t und 28 t schwankten.

Die Verbraucher in der Bundesrepublik lieben beim Spargel-genuss die Tradition. Dementsprechend wird vorwiegend weißer Spargel nachgefragt und angebaut. Ein Trend, der sich 2026 gezeigt hat, ist, dass der Absatz von Grünspargel rückläufig ist. Weitere Prognosen für die Spargelsaison 2027 können zum gegenwärtigen Saisonzeitpunkt noch nicht gegeben werden.

Pfalzmarkt eG – LW 26/2026