Rabenvögel sind sehr fürsorgliche Eltern

Falsches Bild vom Rabenvogel

Raben haben einen schlechten Ruf - vollkommen zu unrecht.

Foto: imago/Ikon images

Der Begriff „Rabeneltern“ fällt immer dann, wenn man glaubt, Eltern seien nicht fürsorglich und liebevoll genug gegenüber ihren Kindern. Mal abgesehen davon, dass solche Bezeichnungen nicht schön sind und erst gar nicht in den Mund genommen werden sollten, ist es auch noch falsch, den Rabenvogel als Paradebeispiel für schlechte Eltern zu nennen. Raben sind nämlich sogar sehr vorbildliche und fürsorgliche Eltern. Aber woher kommt dann diese Bezeichnung? 

Raben hatten schon in früheren Zeiten einen eher schlechten Ruf. Mit ihrem schwarzen Gefieder wirken sie düster, sie geben ein unheimliches Krächzen von sich, wühlen im Müll und sind Aasfresser. Aber dass Rabeneltern schlechte Eltern sein sollen, kommt vermutlich aufgrund einer falsch verstandenen Beobachtung: Die Jungen fast aller Rabenvogelarten verlassen oft freiwillig schon das Nest, bevor sie richtig fliegen können. Das sieht dann so aus, als wären sie von ihren Eltern aus dem Nest geschubst worden, was aber nicht der Fall ist. Im Gegenteil, die Rabeneltern füttern und beschützen ihr Junges auch noch lange, wenn es außerhalb des Nestes am Boden sitzt. 

Schäfer – LW 18/2022