Sorten vor dem „Finale“

Der Regen im Mai/Juni hat dem Getreide gut getan

Zur Besichtigung der fortgeschrittenen Bestandsentwicklung beim Wintergetreide und der Sorten auf seinen Versuchsflächen in Bad Homburg-Ober-Erlenbach hatte der Frankfurter Landwirtschaftliche Verein (FLV) die Landwirte aus der Region von Frankurt am Main und aus der Wetterau geladen. Ackerbauliche Fragen beantworte FLV-Versuchsleiter Hans Kellner.

Auf dem FLV-Versuchsfeld stellte Versuchsleiter Hans Kellner (Mitte) die unterschied­liche Entwicklung der Winterweizen- und Wintergerstensorten als Folge der kurzen aber strengen Frostperiode im Februar vor.

Foto: Jörg Rühlemann

Beim Gang durch die Winterweizen- und Wintergerstenversuche zeigte sich vor allem, dass sich die Bestände durch die Temperaturen und Niederschläge der vergangenen Wochen gut entwickeln konnten. „Erstaunlich, wie sich durch die strengen Kahlfröste geschädigte Bestände teilweise wieder erholt haben“, stellte Kellner fest.

Sortenbereinigung erwartet

Dennoch werde es zur Sortenbereinigung kommen, ist Kellner überzeugt. Abzuwarten bleibe, wie einige Getreidesorten mit lückenhaf­tem Bestand im Frühjahr den zu erwartenden Ertragsabfall durch mehr Bestockung, höhere Kornzahlen je Ähre und höheres Korngewicht zumindest teilweise abmildern. Krankheiten spielen derzeit in den Sorten- und Anbauversuchen kaum eine Rolle. Jetzt gelte es, die Bestände bis zur Abreife weiterhin gesund zu erhalten. Durch die Niederschläge der vergangenen Tage beziehungsweise auch durch starke Taubildung könne sich vor allem Braunrost schnell entwickeln, der in den vergangenen Jahren bei Winterweizen häufig zu Ertragsbegrenzungen führte.

Worauf jetzt zu achten ist

In der Abreifephase nähme die Bedeutung von Braunrost meist zu. Neben dem Verlust an Assimilationsfläche schädigen Rostpilze dadurch, dass sie den Pflanzen große Mengen Wasser und Nährstoffe entziehen. Außer Braun­rost sollten Behandlungstermin und Mittelwahl bei der Ährenbehandlung auch auf Septoria-Blattdürre, Septoria tritici und Ährenfusarium ausgerichtet werden, empfahl Kellner. Bei der Behandlung von Fusariosen ist eine möglichst vollständige Benetzung der Ähren eine wichtige Voraussetzung für einen hohen Bekämpfungserfolg.

Regelmäßig untersucht werden sollten die Getreideflächen auch auf Befall mit Blattläusen und Getreidehähnchenlarven. Auch hier sei beim Spritzen auf vollständige Benetzung der Bestände, vor allem auch der Blattunterseiten, zu achten.