Stickstoffeffizienz durch Wurzelnähe

Platzierte Stickstoffdüngung mit festen Düngemitteln im Mais

Die mineralische Stickstoff-Düngung zu Mais erfolgt bislang überwiegend breitflächig auf die Bodenoberfläche in einer oder mehreren Gaben. Vor allem bei der oberflächlichen Ausbringung von Harnstoff kann dies auch mit Ammoniak-Verlusten in die Atmosphäre verbunden sein, weshalb die neue Düngeverordnung ab dem 1. Februar 2020 die Einarbeitung von Harnstoff ohne Ureasehemmstoff innerhalb von vier Stunden fordert. Eine platzierte Ausbringung von Düngern wird als eine Möglichkeit zur Verbesserung der Stickstoffeffizienz angeführt. Darunter wird eine gezielte Düngung in direkter räumlicher Nähe zur Pflanze verstanden.

Als Beispiel für platzierte Düngeverfahren können die Unterfuß-, die Reihen und die Injektionsdüngung genannt werden. Während bei der Unterfußdüngung die Ausbringung von festem oder flüssigem Mineraldünger gleichzeitig mit der Einzelkornsaat etwa 5 cm unterhalb und neben der Saatreihe erfolgt, wird bei der Injektionsdüngung der Dünger tiefer, bis hin zur Krumentiefe (Unterflurdüngung) abgelegt.

Eine besondere Form der Injektionsdüngung ist die CULTAN-Düngung, bei der eine ammoniumreiche Düngerlösung zu Beginn der Vegetationsperiode als Depot in den Wurzelbereich der Pflanzen injiziert wird. Die Reihendüngung erfolgt dagegen im fortgeschrittenen Pflanzenwachstumsstadium, wobei der Dünger ein- oder beidseitig neben den Pflanzenreihen auf die Bodenoberfläche abgelegt wird.

Wird der Dünger mit einer Injektionsdüngung tiefer in den Boden in sogenannten Depots eingebracht, soll vor allem die Hauptwachstumsphase der Pflanzen gefördert und die Nährstoffversorgung eines Bestands in Trockenperioden sichergestellt werden. Während diese Art der Düngung bislang fast ausschließlich mit flüssigen Düngemitteln durchgeführt wurde (ammoniumreiche Düngelösung oder Gülle), werden seit mehreren Jahren im Rahmen eines grenzüberschreitenden INTERREG-Projekts Versuche mit einem neuen Düngegerät zur Injektion von festem Mineraldünger durchgeführt.

Von der Injektion des N-Düngers werden dabei auch wirtschaftliche Vorteile durch mögliche Düngereinsparung (höhere N-Effizienz) sowie positive Umwelteffekte wie eine verminderte Nitrat-Auswaschung (Grundwasser) und – im Vergleich zu oberflächlich gedüngtem Harnstoff – geringere Ammoniakverluste (Atmosphäre) erwartet.

Im folgenden Beitrag werden Ergebnisse aus Rheinland-Pfalz vorgestellt, bei denen bei Mais die oberflächliche Stickstoffdüngung mit platzierter Injektionsdüngung verglichen wurde.

Dr. Martin Armbruster, Prof. Franz Wiesler, LUFA Speyer – LW 19/2018