Überdurchschnittliche Erträge bei wechselnder Witterung

Landessortenversuche Körnerleguminosen 2025

Leguminosen leisten sowohl für den ökologischen als auch für den konventionellen Ackerbau einen wichtigen Beitrag zur Bereitstellung von Stickstoff. Im Folgenden geben die Ergebnisse der Landessortenversuche in Hessen aus dem Jahr 2025 Aufschluss über die richtige Sortenwahl.

Anders als im Bundesdurchschnitt werden in Hessen mehr Ackerbohnen als Körnererbsen angebaut.

Foto: landpixel

Zur Verbesserung der heimischen Eiweißversorgung sind Flächen mit (Körner-) Leguminosen häufig Bestandteil von Fördermaßnahmen für den Ackerbau, wie der Öko-Regelung 2 oder den Vielfältigen Kulturen über HALM 2 C.1. Trotz des Ziels, die heimische Eiweißproduktion anzukurbeln und eine größere Unabhängigkeit vom Weltmarkt zu erreichen, stagniert die Anbaufläche.

Im Jahr 2025 standen zirka 12 000 Hektar Körnererbsen und Ackerbohnen auf hessischen Äckern, die damit nach wie vor eine untergeordnete Rolle im breitflächigen Ackerbau spielen. Nichtsdestotrotz ist die Veredelung von Leguminosen für einzelne Betriebe von Bedeutung, da sie eine Basis für eine Kreislaufwirtschaft schafft und die Betriebe unabhängiger von mineralischen Düngemitteln macht.

Ackerbohne dominanter als Körnererbse in Hessen

Anders als im Bundesdurchschnitt werden in Hessen mehr Ackerbohnen als Körnererbsen angebaut, etwa 4 000 ha Anbaufläche in Hessen entfallen auf die Körnererbse, 8 000 ha auf die Ackerbohne. Der höhere Proteingehalt der Ackerbohnen sorgt bei entsprechender Vermarktungs- oder Verarbeitungsmöglichkeit für ein hohes Interesse einzelner Betriebe an dieser Kultur, insbesondere in Regionen mit Möglichkeit des Vertragsanbaus.

Sekundäre Inhaltstoffe wie Vicin oder Tannine beschränken den Verzehr und den Beimengungsgrad an Ackerbohnen im Tierfutter. Der Gehalt dieser Substanzen kann durch Sortenwahl reduziert werden. Im Vergleich zur Ackerbohne stellt die Körnererbse geringere Ansprüche an die Wasserversorgung während der Blüte, sodass auch auf trockeneren Standorten ein Anbau möglich ist.

Die pflanzenbaulichen Vorzüge von Leguminosen (Bereitstellung von Stickstoff, höhere Erträge der Folgekultur und Reduzierung der Bodenbearbeitung für die Folgekultur) sind aufgrund der vielfältigen Interaktionen nur schwer monetär zu bewerten. Die Literatur beziffert den Wert des Vorfruchteffekts von Leguminosen mit 100 bis 300 Euro pro Hektar. Dennoch erreichen die Leguminosen (meist) nicht die Deckungsbeiträge von Getreide.

Dr. Benjamin Klauk, Fachinformation Pflanzenbau, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen – LW 4/2026