Verbandstag des vlf-Hessen

Vertreterversammlung mit Betriebsbesichtigung in Südhessen

Die jährliche Vertreterversammlung des Landesverbands Hessen für landwirtschaftliche Fortbildung wird in Zusammenarbeit mit einem der vlf-Kreisvereine veranstaltet. Dieses Jahr zog es die Delegierten auf Einla­dung des Landesverbands und des vlf-Aereboenia-Starkenburg nach Gernsheim.

Brigitte Tkalec, Vorstandsmitglied des Landfrauenverbandes Hessen.

Foto: Anja Püchner

In Südhessen standen neben den satzungsgemäßen Regularien ein Rückblick auf die Veranstaltungen des Landesverbandes im vergangenen Jahr sowie Ehrungen zwei verdienter Persönlichkeiten aus der Region Starkenburg auf dem Programm.

Unterneh­mer aus der Region

Zwei Fachvorträge von landwirtschaftlichen Unterneh­mern aus der Region und die Besichtigung des Pflanzenhofs Trübenbach rundeten das Programm des vlf-Landesverbandstages ab. Nachdem der Vorsitzende Karl-Peter Mütze den Landesverbandstag eröffnet hatte, richtete ebenso der neue Vorsitzende des VLF Aereboenia-Starkenburg, Winfried Knaup, ein Grußwort an die Versammlung. Knaup erläuterte, dass der vlf-Starkenburg in einem Gebiet aktiv ist, wo es in der Vergangenheit einmal neun Fachschulstandorte gab. Die landwirtschaftlichen Fachschulen befanden sich in Darmstadt, Dieburg, Griesheim, Groß-Umstadt, Groß-Gerau, Heppenheim, Langen, Michelstadt und Reichelsheim. Heutzutage gibt es nur noch einen Fachschulstandort der Agrarwirtschaft und Agrartechnik, der sich in Griesheim befindet.

Bereits im Februar 2004 haben sich die drei Vereine landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Groß-Gerau, Darmstadt und Heppenheim zum „Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Starkenburg“, kurz „VLF-Starkenburg“, zusammen-geschlossen. Im vergangenen Jahr hat sich dem vlf-Starkenburg noch der Aereboenia-Verband der Agrartechniker angeschlossen. Knaup ist stolz darauf, dass dem VLF-Aereboenia-Starkenburg nun insgesamt 1 530 Mitglieder angehören.

Den Mitgliedern des Vereins wird ein viel­fältiges fachliches Weiterbildungsangebot mit Vortragsveranstaltungen und Exkursionen zu unterschiedlichsten Aspekten der landwirtschaftlichen Produktion und Direktvermarktung geboten. Auch der Landfrauenverband Hessen, überbracht von Brigitte Tkalec, richtete ein Grußwort am vlf.

Landwirtschaftsmeister geehrt

Geehrt wurden, im Rahmen des Landesverbandstages in Gernsheim, zwei ehemalige Vorsitzende. Landwirtschaftsmeister Horst Matthes führte über dreißig Jahre (von 1973 bis 2004) als Vorsitzender den Verein Landwirtschaftlicher Fachschul­ab­sol­venten Darmstadt. Für seine jahrelangen Verdienste in der Aus- und Weiterbildung in der Landwirtschaft, im Prüfungsauschuss für Junglandwirte, als ehrenamtlicher Richter sowie in weiteren Ämtern wurde Matthes vom Landesverband mit einer Urkunde und dem Silbernen Verbandsabzeichen geehrt.

Ebenso wurde Landwirtschaftsmeister Klaus Weber für sein jahrelanges Engagement in der Aus- und Weiterbildung im Agrarbereich mit der Silbernen Nadel geehrt. Weber war von 1998 bis 2003 Mitglied des vlf-Landesvorstands. Als Vorsitzender steuerte Klaus Weber von 1998 bis Anfang 2012 die Geschicke des vlf-Starkenburg. Er bringt sich in vielfältiger Weise auch in anderen Bereichen ehrenamtlich ein und gab aus diesen Gründen den Vorsitz an seinen Nachfolger Winfried Knaup ab.

Auf dem Bild, von links: Winfried Knaup, Vorsitzender VLF-Aereboenia-Starkenburg; Horst Matthes, Klaus Weber und Karl-Peter Mütze, Landesvorsitzender vlf-Hessen.

Foto: Anja Püchner

 

Junior-Chefin Claudia Trübenbach (Mitte) führte die Landwirte durch die Gewächshäuser des Pflanzenhofes Trübenbach in Bickenbach.

Foto: Anja Püchner

Nachdem der offizielle Teil des Landesverbandstages beendet war, standen zwei interessante Vorträge zur Landwirtschaft im südhessischen Raum auf dem Programm. Der Leiter des Betriebes Dr. Billau, Spargel-Erdbeeren-Kartoffeln und Jungpflanzenanzucht, Dr. Willi Billau, präsentierte die Lage seiner landwirtschaftlichen Flächen, die im „Kalifornien Hessens“ rund um Lampertheim gelegen sind.

Spargel- und Erdbeerjungpflanzen

Auf rund 90 ha werden Spargel, Erdbeeren, Kartoffeln, Weizen, Zuckerrüben und Knoblauch angebaut. Beson­derheit im Betrieb Billau ist die Produktion von Spargelpflanzen und Erdbeerpflanzen, die an Anbauer im südwest- und mitteldeutschen Raum geliefert werden. Spargel und Erdbeeren werden zum großen Teil direkt an den Verbraucher vermarktet, nur ein Teil wird an den Großmarkt in Heidelberg geliefert.

200 ha und 80 Verkaufsstände

Anschließend präsentierte „Bauer Lipp“ vom Steinbrücker Hof in Weiterstadt seinen landwirtschaftlichen Betrieb und die Vermarktung seiner Haupt-Produkte, Spargel und Erdbeeren. Peter Lipp betreibt zur Spargelzeit rund 80 Verkaufsstände, an denen der Spargel und Erdbeeren hessenweit und auch über die Landesgrenzen hinaus verkauft werden. Nur ein geringer Teil wird an den Großmarkt angedient. Auf dem Betrieb werden auf rund 200 ha Spargel, Erdbeeren, Zuckerrüben, Mais und Erdbeeren angebaut. Besondere Höhepunkte sind die „Spargelfestivals“, die zahlreiche Verbraucher aus der Region auf den Steinbrücker Hof ziehen. Auch wurde der Pflanzenhof Trübenbach in Bickenbach besichtigt.

Weiterbildungsangebot nutzen

Landesvorsitzender Mütze würdigte das Engagement der Organisatoren, besonders des gastgebenden VLF mit Vorsitzendem Winfried Knaup. Auch warb Mütze darum, dass sich Junglandwirte und Berufsschulabsolventen im Aufgabengebiet des VLF zur ständigen Weiterbil­dung der ehemaligen Fachschüler einbringen und das Angebot des VLF nutzen.

Püchner, vlf