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Welche Risikofaktoren gibt es für Ketosen?

In einer kanadischen Studie an 3 042 Herden wurden die Risikofaktoren für Ketosen untersucht. Ketose war definiert mit einem Gehalt von ß-Hydroxybutyrat ≥0,15 mmol/l in der Milch am ersten Probentag, wenn die Kontrolle innerhalb der ersten 30 Tage nach Geburt stattgegunden hat. Insgesamt lag das Vorkommen von Ketosen bei  165 749 Beobachtungen bei 21 Prozent. Die Autoren (Fernando Diaz, Dairy Knowledge Center, nach Tatone et al., 2017) berichten zudem von Risikofaktoren im Zusammenhang mit Ketose:
Saisonalität: Im Sommer (20 Prozent) und Herbst (18 Prozent) ist das Vorkommen geringer als im Winter (26 Prozent) und Frühling (25 Prozent).
Rasse: Jerseys haben ein über 1,46-fach höheres Risiko für Ketose als Holsteins.
Anzahl der Laktationen: Verlängerte Trockenstehzeiten und verlängerte Zwischenkalbezeiten bei Mehrkalbskühen sowie ein höheres Erstkalbealter bei Färsen erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Ketose am ersten Testtag zu bekommen.
Milchfettgehalt: ≥1,12 kg/Tag am letzten MLP Kontrolltermin vor dem Trockenstellen steht im Zusammenhang mit einem sinkenden Risiko, in der aktuellen Laktation eine Ketose zu bekommen (Risiko: 0,56).
Mit dieser Studie ist ein weiterer Hinweis gegeben, dass verlängerte Zwischenkalbezeiten bei Mehrkalbskühen sich sehr wohl negativ auswirken können.
Innovationsteam Milch Hessen