Die Niederschläge kamen zu spät

LSV Speisekartoffeln 2025, frühe Reifegruppe

Im frühen Segment wurden insgesamt zwölf Sorten mit Beregnung geprüft. Alle Sorten wurden im Frühjahr geliefert und in weißen Kunststoffkisten vorgekeimt. Die Pflanzung der 3 mal 50 Knollen je Sorte erfolgte am 4. April. Mit Smilla und Milenia wurden zwei Sorten aus dem vorwiegend festkochenden Bereich erstmals geprüft.

Entscheidend bei der Sortenwahl im Kartoffelanbau sind die Absatzchancen und die Anbaueignung der Sorten für den jeweiligen Standort.

Foto: landpixel

Nach den warmen und sehr trockenen Monaten Februar (Wetterstation Schifferstadt: + 0,8 °C/Niederschlag -14,7 %) und März (+ 1,7 °C/Niederschlag -75,0 %) konnte im geplanten Zeitraum am 4. April gepflanzt werden. Bis auf den 7. April (WS Schifferstadt: Luftfrost in 2m Höhe -2,3 °C) spielte Frost nur eine untergeordnete Rolle.

April, Mai und Juni insgesamt zu trocken

Die Bodentemperaturen bewegten sich den kompletten April unter den hohen Werten aus 2024. Die Monate April, Mai und Juni blieben insgesamt zu trocken. Diese relativ trockene Phase führte auch zu einem unterdurchschnittlichen Knollenansatz. Ebenfalls deutlich über dem langjährigen Mittel lag die Sonnenscheindauer. Mit 282 Stunden beziehungsweise ein Plus von 65 Prozent zum vieljährigen Mittel war im April die höchste Abweichung zu verzeichnen. Die Temperaturen lagen durchschnittlich wieder über den Mittelwerten.

Diese fanden ihren Höhepunkt zwischen dem 21. Juni und 2. Juli mit nur einem Tag (27. Juni) unter 30 °C maximaler Temperatur in 2 m Höhe und den beiden höchsten Werten am 1. (37,0 °C) und 2. Juli (38,5 °C). Der Juli war ansonsten gekennzeichnet von moderaten Temperaturen.

Die nachhaltigen Niederschläge kamen zu spät. Insgesamt führten diese beiden Punkte zu zweitem Knollenansatz, Durchwuchs und teilweise auch Kindelbildung. Bis auf die wenigen Infektionswahrscheinlichkeiten Anfang Juni war Phytophthora infestans kein Thema. Also gänzlich konträr zu den beiden Vorjahren.

Manfred Mohr, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe- Hunsrück, Neustadt/Weinstraße  – LW 3/2026