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Das Selbstbewusstsein von Kindern stärken

Immer wieder schockieren Gewaltverbrechen an Kindern und Jugendlichen die Öffentlichkeit. Die Zahlen aus der polizeilichen Kriminalstatistik sind entsprechend alarmierend: Im vergangenen Jahr wurden 13 689 Kinder und Jugendliche Opfer sexuellen Missbrauchs, und in 3 373 Fällen wurden Kinder misshandelt. Bei diesen Zahlen wird erschreckenderweise davon ausgegangen, dass viele Delikte nicht angezeigt wurden, sodass sie ungeahndet bleiben. Sei es, weil betroffene Kinder Angst haben, darüber zu sprechen oder sei es, weil die Täter oftmals aus dem eigenen Familien- und Bekanntenkreis kommen. Um Kinder vor derartigen Übergriffen zu schützen, brauchen sie ein harmonisches Elternhaus, in dem sie ein gesundes Selbstbewusstsein beigebracht bekommen. Außerdem benötigen sie Fähigkeiten und Strategien, um sich in gefahrvollen Situationen wehren zu können. Klassische elterliche Ratschläge wie „Geh nicht mit Fremden mit“ oder „Lauf weg“ sind hilfreich, reichen aber zum Schutz nicht aus. Ernstfälle sollten zu Hause im Rollenspiel trainiert werden, um das Bewusstsein der Kinder für brenzlige Momente zu schärfen. Ein deutliches „Nein“ kann Täter ebenso abschrecken, wie ein lautes Schreien – interessanterweise nicht „Hilfe“, sondern besser: „Feuer“, weil Passanten darauf eher reagieren als auf einen Hilferuf. Mit derartigen Tipps gestärkt und mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein geraten Kinder seltener in gefährliche Situationen. Ein weiterer Pluspunkt für ein starkes Selbstbewusstsein: Es ist ein Garant für Lebenszufrie­denheit, Gesundheit und Erfolg.
Hinsichtlich der Gewaltprävention sind Initiativen wie „Sicher Stark“ zu befürworten: Hier erler­nen Grundschulkinder in Selbstsicherheitstrainings Verhaltens­weisen, mit denen sie Gefahren sensibel wahrnehmen und sich im Ernstfall zur Wehr setzen können. Mehr dazu ab Seite IV.

 

Stephanie Lehmkühler