Entwicklung von Mais bislang verzögert

Probleme durch Starkregen – und durch Trockenheit

Aus mehreren Regionen Deutschlands wurden zuletzt Entwicklungsverzögerungen bei Mais gemeldet. Wie das Deutsche Maiskomitee (DMK) Ende Mai berichtete, beläuft sich der Rückstand im Schnitt auf etwa zwei Wochen, dürfte aber bei entsprechender Witterung schnell wieder aufgeholt sein.

Insgesamt seien ausreichende bis gute Bestandsdichten gemeldet worden, so dass es bisher kaum Anlässe zu Umbrüchen gegeben habe. Inwieweit es allerdings auf Flächen, die in der vorvergangenen Woche mehr als 100 l Wasser in kurzer Zeit hätten aufnehmen müssen und teilweise länger unter Wasser gestanden hätten, zu massiven Ausfällen komme, müsse sich noch zeigen.

Das DMK verwies zur aktuellen Lage auf Gespräche mit Anbauberatern aus mehreren Bundesländern. Für Nordrhein-Westfalen wird von der dortigen Landwirtschaftskammer über deutliche regionale Unterschiede berichtet. So seien in Ostwestfalen einige Flächen freigespült worden, während das nordwestliche Münsterland zuletzt noch immer unter einem massiven Wassermangel gelitten habe. In Schleswig-Holstein verbesserte sich die Lage nach Angaben der Kammer nach den jüngsten Regenfällen. Wie vielerorts sei es nach normaler Aussaat zunächst zu einem schnellen Auflauf gekommen, dann aber zum Stillstand. Nach letztem Stand hätten sich die Bestände im Drei-Blatt-Stadium befunden. Ähnliches gelte auch für Bayern. Ausreichend sei die Wasserversorgung auch in Baden-Württemberg. Die Entwicklung der Pflanzen variiere vom Auflauf- bis etwa zum Vier-Blatt-Stadium.

Noch nicht verbessert hat sich die Situation der Bauern den Angaben von Dr. Hubert Heilmann von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Gülzow dagegen in Mecklenburg-Vorpommern. Seit einem Jahr dauere die Dürre hier schon an, und die Wasservorräte befänden sich bis in größere Tiefen auf äußerst niedrigem Niveau. Regenfälle würden hier dringend benötigt, um das Zwei-Blatt-Stadium zu passieren.

age – LW 23/2019