Getreideläger jetzt konsequent reinigen
Vorratsschutz beginnt vor der Ernte
Düngungs-, Pflanzenschutz- und Pflegearbeiten der Getreidebestände schließen in diesen Tagen ab. Zeit sich spätestens jetzt mit der Einlagerung der neuen Ernte auseinanderzusetzen – denn nach wie vor verursachen Vorratsschädlinge wie Kornkäfer, Motten oder Milben in eingelagertem Getreide erhebliche Schäden und Qualitätsverluste.

Anfangsbefall geht oft von alterntigem Getreide aus
In der Praxis geht ein AusgangsbeÂfall oft von alterntigem Getreide aus. Diese Restmengen sind auf SchädlingsÂbefall hin zu kontrollieren. Vorratsschädlinge sind lichtscheu, daher sollte man mit der Hand auch mal in tiefere Schichten des Getreides reinfassen. Befallenes Getreide, das nicht zeitnah verfüttert werden kann, ist unbedingt aus- beziehungsweise umlagern. Dabei kann beispielsweise K-Obiol EC 25, Talisma EC oder SilicoSEC auf den Förderstrom dosiert werden. Auch wenn´s in der ein oder anderen Konstellation auf dem Betrieb sehr aufwändig und mühsam ist: Auch dort noch lagerndes Altgetreide niemals mit der neuen Ernte vermischen, sondern komplett auslagern oder so umlagern, dass es zeitnah als erstes verfüttert wird.
Einsatz von Chemie gegen Schädlinge im Lager
Eine chemische Behandlung der leeren Speicherräume nach dem Einsatz von Besen und Staubsauger bringt zusätzliche Sicherheit vor Schädlin- gen. Bei dieser Behandlung der Lagerräume sind alle Flächen, Ritzen und Winkel sowie benutzte Maschinen, Geräte und Fördertechnik gründlich zu benetzen. In dichten oder abdichtbaren Räumen und Silos besteht die Möglichkeit, durch Vernebeln von entsprechenden Präparaten eine direkte Bekämpfung von versteckt sitzenden Schädlingen zu erreichen. Für diesen speziellen Zweck stehen Verneblungsdosen/ -automaten zur Verfügung. Für Begasungen ist eine behördliche Genehmigung erforderlich; die Durchführung der Maßnahme darf nur über konzessionierte Firmen mit Fachpersonal erfolgen.
Karl-Heinrich Claus, LLH Petersberg – LW 25/2021