Gülleausbringung in der Rhön

Beratungsprojekt zur EG-Wasserrahmenrichtlinie

Anfang des Jahres wurde im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie hessenweit ein zusätzliches Projekt zur Unterstützung der seit dem Herbst 2011 unter der Trägerschaft des Landkreises Fulda angebotenen grundwasserschutzorientierten landwirtschaftlichen Beratung gestartet. Dabei wird das Ziel verfolgt, den guten Zustand des Grund- und Oberflächenwassers zu erhalten.

Rechts im Bild: Gülleausbringung in Wintergetreide nah an der Pflanze für eine verlustarme Nährstoffnutzung.
Foto: Sudbrock

Im Rahmen der WRRL-Beratung stellte das hessische Ministerium für Umwelt, Klima-schutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Anfang 2015 Gelder zur Verfügung, mit de-nen innovative Technik zur Ausbringung/Verteilung von mineralischen und organischen Düngern auf zahlreichen Flächen verschiedener Landwirte eingesetzt, besichtigt und dis-kutiert werden konnte. Die angebotenen Maßnahmen wurden auf Grund der bisherigen Beratungserfahrungen, untermauert durch stichprobenartige Telefonate mit Leitbetrieben und weiteren Beratungsbetrieben sowie der Möglichkeit des Zugriffs auf die entsprechende Technik in Region oder Großraum ausgewählt.

Ziel ist der Einsatz der entsprechenden Technik auf Flächen von möglichst vielen Betrieben, um mittelfristig Anreize für einen breiten Einsatz der umweltschonenden Ausbringungstechniken setzen zu können. Ein weiteres Ziel ist es, die Landwirte mit der Technik auch auf den eigenen Flächen vertraut zu machen.

Das beratende Ingenieurbüro Schnittstelle Boden, Ober-Mörlen, konnte zusammen mit Lohnunternehmern im März 15 ha Ackerland und Ende Mai 45 ha Grünland im Maßnahmenraum (Ebersburg, Eichenzell, Gersfeld, Poppenhausen) befahren. An mehreren Tagen wurde zahlreichen Landwirten demonstriert, wie sich Emissionen in die Luft verringern lassen. Neben den Nährstoffverlusten wird durch die eingesetzten Verfahren auch die Geruchsbelästigung durch Gülle deutlich reduziert.

Dabei wird Gülle oder Gärrest in einen stehenden Wintergetreidebestand beziehungsweise ins Grünland direkt in den Boden eingeschlitzt. Ein Trägerfahrzeug ist dabei mit einem Güllefass aufgesattelt und mit einem Schlitzgerät gekoppelt. Die Zufuhr mit Gülle oder Gärrest erfolgt mittels zwei bis drei Zubringern am Feldrand. Mit einem Schnorchel kann sich der Selbstfahrer eigenständig, innerhalb weniger Minuten, befüllen. Durch die Niederdruckbereifung und der Möglichkeit die Achsen zu versetzen (Hundegang) bleibt der Bodendruck trotz hoher Lasten im akzeptablen Bereich, wenn der Boden nicht zu nass ist.

Gülle wird präzise verteilt und die Umwelt geschützt

Die Gülle wird präzise verteilt und durch die oberflächige bodennahe Ausbringung vor Emission und oberflächiger Abschwemmung geschützt. Dadurch stehen die Nährstoffe in vollem Umfang für das Pflanzenwachstum zur Verfügung. Eine Umweltbelastung durch Gülle kann somit minimiert werden.

Erste Erfahrungen mit dem Einsatz der neuen Technik sind vielversprechend. Allerdings hat sich gezeigt, dass der Erfolg der Maßnahme stark von der Boden­art und der Witterung bei und nach der Ausbringung des Düngers abhängt. Mehr unter www.schnittstelle-boden-wrrl-hessen.de.

Martin Sudbrock, Landkreis Fulda, Fach- dienst Landwirtschaft – LW 31/2015