Hans-Peter Friedrich

Die Grüne Woche und ihre Begleitveranstaltungen sind Höhepunkte im agrarpolitischen Kalender. Interessenverbände richten ihre Kampagnenplanungen auf diesen Termin ein und kämpfen um die Aufmerksamkeit der Medien. In der Branche aber stand in diesem Jahr der Name Hans-Peter Friedrich im Mittelpunkt. Der neue Bundeslandwirtschaftsminister ist seit einem Monat im Amt, die Gefühlslage der Bauern hat er aber offensichtlich schon lange erfasst. Deutlich wurde das bei den Pressegesprächen und den Reden. Um höhere Wertschätzung für die Landwirtschaft und die Bauern will er sich kümmern, die Land- und Ernährungswirtschaft stärken und die Attraktivität der ländlichen Räume sichern.

Natürlich gehört das Bauchpinseln der Klientel zum politischen Geschäft. Bei Friedrich hat man aber den Eindruck der Authentizität. Der 56-Jährige, der zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge verwurzelt ist, kennt den ländlichen Raum und die Bedürfnisse des Mittelstandes. Für den Juristen Friedrich, der auch Ökonomie studiert hat, ist Landwirtschaftspolitik in erster Linie Wirtschaftspolitik. Das ist gut in einer Zeit, in der Landwirtschaft immer mehr der Ideologie ausgesetzt ist und so getan wird, als ob sie keinen ökonomischen Zwängen unterläge.

Friedrich hat klare wirtschaftspolitische Vorstellungen und kann sie gut formulieren. Seine Grundsätze reichen vom Schutz des Eigentums, den er viel stärker thematisieren will, bis hin zum Bekenntnis zur Marktwirtschaft. Die Landwirtschaft produziert das, was der Verbraucher wünscht, so seine Überzeugung. Das gilt für die Gegenwart – 80 Prozent der Verbraucher sind mit den Nahrungsmitteln zufrieden. Und es gilt für die Zukunft. Das heißt, die Landwirtschaft wird sich anpassen, wenn beispielsweise mehr ökologische Produkte gewünscht werden und sie dafür adäquate Preise erhält.Künstliche Ziele wie 20 Prozent Ökolandbau passen nicht in eine Marktwirtschaft.

Friedrich bezeichnet sich als leidenschaftlicher Mittelstandspolitiker. Die Leidenschaft nimmt man ihm ab, und auch, dass er sie in seinem neue Aufgabengebiet richtig einsetzen kann.