Hirsen laufen erst spät auf

Aktuelle Herbizidmaßnahmen in Zuckerrüben

Die Bekämpfung von Ungräsern wie Ackerfuchsschwanz, Windhalm, Flughafer, Hirsen, Ausfallgetreide und Quecke sollte möglichst im 2- bis 4-Blattstadium der Ungräser erfolgen. Alle Gräserherbizide wirken ausschließlich blattaktiv. In vielen Fällen reicht eine Teilflächenbehandlung aus.

Disteln in jungen Zuckerrüben nach einer Herbizidmaßnahme.
Foto: landpixel

Der zeitliche Abstand der Maßnahme zur allgemeinen Unkrautbekämpfung sollte etwa drei Tage betragen. Bei einer Ganzflächenbehandlung ist eine Tankmischung im Rahmen einer NAK- (Nachauflauf Kultur) Spritzung möglich. Dabei werden bei der zweiten und dritten NAK-Behandlung jeweils 50 Prozent des Gräsermittels zugesetzt. Außerdem sollte der Tankmischung kein Additiv mehr zugesetzt werden. Sollen überständige Ungräser bekämpft werden, hat sich eine separate Behandlung mit dem vollen Aufwand des Gräsermittels zwischen den NAK bewährt. Bei der Queckenbekämpfung sind stets die im Rahmen der Zulassung höchsten Aufwandmengen anzuwenden möglichst im Splitting-Verfahren. Besonderes Augenmerk ist der zunehmend auftretenden Hirseverunkrautung zu widmen. Eine gute Dauerwirkung gegen Hirse zeigt Spectrum, das bei der zweiten NAK mit 0,3 l/ha und der dritten NAK mit 0,6 l/ha eingesetzt werden kann. Es sollten jedoch keine weiteren Additive oder EC-Formulierungen der Tankmischung zugesetzt werden. Daneben ist die Hirse auch mit allen blattaktiven Gräserherbiziden gut zu bekämpfen. Allerdings läuft die wärmeliebende Hirse häufig erst spät in den Rüben auf und kann dann wegen zu großer Abdeckung der Rübe nicht mehr ausreichend von blattaktiven Herbiziden getroffen werden.

Bei der Distelbekämpfung auf Verträglichkeit achten

Die Distelbekämpfung in Zuckerrüben erfolgt am besten bei einer Wuchshöhe von 10 bis 20 cm der Distel. Geeignet ist eine gezielte Behandlung mit 0,16 kg/ha Lontrel 720 SG beziehungsweise 1,2 l/ha Vivendi 100 oder aucxh mit Cliophar 600 mit 0,2 l/ha. Zur besseren Verträglichkeit ist eine Soloanwendung vorzuziehen sowie die Herbizidmaßnahme auf die Distelnester zu beschränken. Die Zumischung von Additiven (zum Beispiels Hasten) ist möglich, wüchsiges Wetter begünstig generell die Wirkung.

LLH, Beratungs-Info – LW 18/2018