Sauen-Intensivbetreuung

Die Betreuung der Ferkel in den ersten Lebensstunden und -tagen sind besonders wichtig für die Senkung der Verluste.
Foto: Big Dutchman

Bewährte Managementmaßnahmen zur Reduzierung der Ferkelverluste aus einer 6 000er Sauenanlage:

  • striktes Rein-Raus-Verfahren mit Reinigung/Desinfektion
  • Klimaregelung nach fester Kurve – beginnend mit 24,5 °C, je Tag minus 0,2 °C
  • Geburtseinleitung am 114./115. Tag – 2 ml Prostaglandin PGF 2α, 24 h später 1 ml Oxytocin, bei Geburtsbeginn: Jungsauen 0,5 ml, Altsauen 1 ml Depot-Oxytocin (Wirkstoff Carbetocin)
  • Anlegen kleiner und lebensschwacher Ferkel (Biestmilch)
  • Wärmelampe bis vier Tage nach der Geburt, danach abhängig von Bedarf
  • nach Abschluss der Geburt: Wegsperren des gesamten Wurfes für 15 Minuten, anschließend Hochtreiben der Sauen für eine Gesundheitskontrolle und die Wasseraufnahme
  • Wurfausgleich einmalig durchführen, dabei möglichst viele Ferkel an der eigenen Sau lassen
  • Grätscherferkeln die Beine binden
  • dienstags bis donnerstags Überwachungsschicht bis 22 Uhr einlegen
  • tägliche Gesundheitskontrolle von Sauen und Ferkeln
  • Einstreu mit Gemisch aus Spänen und Einstreupulver
  • am Tag nach der Abferkelung Ferkel früh vor der ersten Fütterung wegsperren – Sau kann in Ruhe fressen, Ferkel sind warm; Sau erhält dann 1 ml Depot-Oxytocin
  • in der Kondition „abgefallene“ Ferkel täglich „ablesen“ und an Ammensauen geben, gegebenenfalls Antibiotikum und spezielles Beifutter geben. Derartige Ferkel bleiben immer im selben Abteil.
  • ab dem dritten/vierten Lebenstag: Kastration, Schwänze kupieren, Ohrmarken einziehen, Eiseninjektion
  • bei Durchfällen wirksames Präparat einsetzen
  • untergewichtige Ferkel: Ig-Vitamin-Lebertranpräparat (4 Stunden nach der Geburt), Ansetzen an Sauen im zweiten/dritten Wurf, Ergänzungsfutter in handwarmem Wasser (1 : 3) verabreichen, Ferkel mehrmals täglich für 10 Minuten unter der Wärmelampe einsperren     Hoy