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Abnahme- und Liefersicherheit gefragt

Landwirte sind sensible Marktbeobachter und reagieren auf entsprechende Chancen. Gerade in diesen Tagen, etwa bei der Frühjahrsbestellung, wird dies deutlich. Auf der einen Seite setzen die Bauern auf die Intensivierung der Produktion, die sich trotz erhöhter Betriebsmittelkos­ten lohnt.
Auf der anderen Seite sehen sie die stark wachsende Nachfrage nach biologisch erzeugten Nahrungsmitteln in Deutschland, die momentan leider zum großen Teil aus dem Ausland bedient wird. So haben nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft im vergangenen Jahr bundesweit knapp 500 Land­wirte auf Ökolandbau umgestellt. Das ist ein Plus von 2,8 Prozent, und bei der Fläche ein Zuwachs von 5,8 Prozent auf nunmehr 873 000 Hektar.
4,6 Prozent der Betriebe wirtschaften mittlerweile ökologisch, und eine Studie des Deutschen Bauernverbandes zeigt, dass 7 Prozent der befragten, bisher konventionell wirtschaftenden Betriebe, eine Umstellung in Erwägung ziehen.
Viel wichtiger als diese Zahl sind allerdings die Bedingungen, die an eine Änderung der Wirtschaftsweise geknüpft werden. Die Landwirte verlangen vor allem Sicherheit, beziehungsweise langfristige Abnahmeverträge für ihre Produkte. Dabei hat sich die Struktur der Abnehmer in den letzten Jahren verändert. Im vorvergangenen Jahr waren es die Discounter, die massiv in die Biovermarktung eingestiegen sind.
Die Biosupermärkte wachsen stark, und auch die Vollsortimenter wie Edeka oder Rewe warten mittlerweile mit einem umfangreichen Angebot an Ökoprodukten auf, neuerdings mit ihrem eigenen Namen wie Rewe Bio. Der Handel will im Prinzip das Gleiche wie der Erzeuger, nämlich Sicherheit, in diesem Falle bei der Beschaffung. Da immer mehr Ökoware in den Supermärk­ten verkauft wird, scheint auch eine noch stärkere Bündelung des Ökoangebots auf der Erzeugerseite angezeigt.
Cornelius Mohr