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Obst- und Gemüsebau braucht faire Rahmenbedingungen

 Die deutschen Verbraucher bevorzugen heimisches Obst und Gemüse. Laut einer aktuellen Statistik der ZMP haben die Deutschen im letzten Jahr deutlich mehr deutsches Gemüse gekauft als in den Jahren zuvor. Gleichzeitig wird der Anbau für die Erzeuger immer schwieriger. Wenn Obst- und Gemüsebau in Deutschland langfristig erhalten werden soll, müssen faire Rah­men­­­bedingungen geschaffen werden. Politische Interessensarbeit wird internationaler, wie die Diskussionen auf EU-Ebene in der Pflanzenschutzpolitik zeigen. Der Berufsstand wird alle Möglichkeiten nutzen, um die Vertreter von Politik und Verwal­tung auf die dringendsten Pro­ble­me aufmerksam zu machen: Pflanzenschutzmittelzulassungen in Zonen innerhalb der EU mit gleichen Anwendungsbestimmungen, sachgerechte Abstandsregelungen für Raumkulturen und Harmonisierung der europäischen Rückstandshöchstwerte.
Ein weiteres Problem: Seit knapp zwei Jahren stellen die Handelsketten ständig neue und unterschiedliche Anforderungen im Hinblick auf Qualität und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei frischem Obst und Gemüse, die über die gesetzlich verlangten Vorgaben weit hinausgehen. Nicht zuletzt für die Vermarktungsorganisationen ist das kaum praktikabel.
Zur Sicherung der heimischen Ernte werden motivierte Saisonarbeitskräfte benötigt. Die Ver­hand­lungen mit den Herkunftsländern sollten jetzt beginnen, damit bei einer Umsetzung der Freizügigkeit Arbeitskräfte für die Landwirtschaft gesichert werden. In der Pfalz haben etliche Betriebe ihre diesjährige Erdbeerfläche stark reduziert, weil sie keine Erntehelfer in ausreichender Zahl haben werden.
Das Ringen um Lösun­gen wird nicht leichter. Die Erzeuger nehmen die Herausforderungen an und erarbeiten sachgerechte Lösungsvorschläge, denn was von außen bestimmt wird, ist für die Betroffenen meist nicht akzeptabel.
Bettina Sieé