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Überregulierung bei Unterkompensation

 Obwohl die Landwirtschaft in den letzten Monaten einen gewaltigen Schub bei Erzeugerpreisen und in der öffentlichen Wahrnehmung erfahren hat, hält die Regulierungswut der Bürokraten im landwirtschaftlichen Sektor weiter an. Es sollte sich doch langsam herumgesprochen haben, dass die Bauern immer mehr am Weltmarkt agieren und konkurrieren müssen, um den Fortbestand ihrer Betriebe sicherzustellen.
Momentan sind die Voraussetzungen auf den internationalen Märkten zwar gut, und viele Produkte können zu guten Preisen vermarktet werden – wie dauerhaft diese Situation ist, kann allerdings kein Experte sagen. Ebensowenig haben diese Experten den derzeitigen Boom kommen sehen.
Dennoch kann auch heute kaum ein Betrieb ohne die Beihilfen aus Brüssel auskommen; und wenn sich der Markt für Agrarprodukte wieder abkühlen sollte, werden die ebenfalls gestiegenen Preise für Produktionsmittel wie Energie und Futtermittel vermutlich nicht im gleichen Maße sinken.
Zurück zu den Bürokraten: Wenn diese die Direktbeihilfen für die Landwirte langfristig durch Modulation und Degression senken wollen, müssen sie den Bauern im Gegenzug ermöglichen, halbwegs konkurrenzfähig zu wirtschaften.
Leider ist das Gegenteil der Fall: Die Auflagen und Anfor­derungen für die Betriebe steigen immer weiter.  
Nur ein Beispiel ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, deren Bestandsaufnahme ergab, dass über die Hälfte der deutschen Grundwasserkörper nicht den vorgegebenen Zielen entsprechen! (Da fragt man sich, wie das wohl in anderen Mitgliedsstaaten erst aussehen muss.)
Vor allem im Gemüsebau müssen nun Maßnahmen zur Senkung der Stickstoff-Austräge ergriffen werden. Welche das sein können, lesen Sie ab Seite 30. Einfacher wird das Wirtschaften für die Betriebe dadurch sicher nicht.
Karsten Becker