Der Faktor Mensch

Bekanntlich ist die Landwirtschaft beziehungsweise der Ackerbau einer der wenigen Wirtschaftszweige, wo tatsächlich Energie – in Form von Biomasse – gewonnen wird. Auch wenn das so ist, heißt dies noch lange nicht, dass beim Anbau von Kulturpflanzen nicht auch Energie verbraucht wird, was wiede­rum auch Einsparpotenziale mit sich bringt.
Den größten Energie-Input im Ackerbau stellt die Düngung dar. Denn bei der Synthese von Mineraldünger aus Luftstickstoff wird großindustriell sehr viel Energie aufgewendet. Durch die damit erzielten Mehrerträge wird allerdings ein Vielfaches dieser Energie durch die Photosyntheseleistung der Pflanzen zurückgewonnen. Jede Maßnahme, die den Mineraldüngereinsatz optimiert, wird also auch
die Energiebilanz der Landwirtschaft weiter verbessern.
 Ähnliches gilt für den Pflanzenschutz: Die Präparate werden unter Energieeinsatz hergestellt, um dann durch gesündere Pflanzen und Ertragssicherung auf dem Feld ihre Herstellung zu rechtfertigen – sonst wären sie nicht wirtschaftlich.
Die Umweltkosten bleiben bei dieser rein energetischen Betrachtung außen vor, sind aber ein zu beachtender Faktor, welcher neben dem Ertragsoptimum und den Preisen für Betriebsmittel und Agrarprodukte den sinnvollen Einsatz von Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln begrenzt.
Wie sieht nun aber die Energiebilanz der Landwirtschaft im Einzelnen aus, wo liegen die Einsparpotenziale und welche Wirtschaftsweise ist die effizienteste? Diesen Fragen ging eine Veranstaltung des KTBL in Fulda nach, wo beispielsweise auch gezeigt wurde, dass der Faktor Mensch eine große Rolle spielt: Am meisten Kraftstoff lässt sich nämlich durch eine angepasste Fahrweise und optimierte Pflugeinstellung sparen – ganz ohne jede teure Technik-Innovation (Seite 16). 
Karsten Becker