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Mehr Geld für die Weinbranche

Aus dem nationalen EU-Finanztopf stehen dem Weinsektor für den Zeitraum 2009 bis 2013 164 Mio. Euro zur Verfügung. Nach der Rebfläche aufgeteilt, müssten die rheinland-pfälzischen Winzer dann etwa 103 Mio. Euro erhalten.
Dieses Geld soll zur Aufstockung bekannter Programme, aber auch zur gezielten Investition in Weinbereitungsverfahren sowie zur Innovationsförderung genutzt werden. Bei der Wiederbepflanzung nach Flurbereinigungsverfahren soll es künftig
1 500 Euro mehr geben und bei der Umstellung und Umstrukturierung der Rebanlagen wird einer alten Forderung des Berufsstandes entsprochen, nämlich die Abschaffung der Begrenzung auf gewisse Rebsorten. Verstärkt werden soll auch die Absatzförderung auf Drittlandsmärkten.
Denkbar also, dass Imagekampagnen, wie Messepräsentationen, aus diesem Finanztopf gefördert werden. Weiterhin nicht gefördert werden die Grünernte und die Destillation. Betriebsprämien wird es auch nicht geben. Soweit die guten Nachrichten. Doch Ärger droht wieder aus Brüssel. So will die EU-Kommission eine spezielle Ausmessung bei Rebflächen bezogenen Fördermaßnahmen vorschreiben, obwohl die Weinbaukataster über Größe, Zuschnitt und Lage der Flächen Auskunft geben. Aus der Schublade geholt wurde des Weiteren der alte Vorschlag, die Weinmarktordnung in die landwirtschaftliche Marktordnung zu integrieren. Ein Vorschlag, den die Weinwirtschaft strikt ablehnt, verliert sie doch dadurch ihren speziellen Status. Ebenfalls noch nicht geklärt ist, ob in diesem Jahr der Einsatz von Traubenmostkonzentrat gefördert wird. Die rheinland-pfälzische Landesregierung sowie alle Weinbaupräsidenten aus Rheinland-Pfalz sind strikt dagegen und wollen die freiwerdenden Mittel für sinnvollere Fördermaßnahmen einsetzen.
Henning Seibert