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Deutschland jetzt offiziell tollwutfrei

„Tollwutgefährdeter Bezirk“: Schilder mit dieser Aufschrift sind der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz und Hessen vertraut. Jetzt werden sie nicht mehr gebraucht. Weil seit zwei Jahren kein Fall mehr nachgewiesen wurde, gilt Deutschland als tollwutfrei. Das letzte infizierte Tier war wie so häufig ein Fuchs, der im Februar 2006 im rheinland-pfälzischen Nackenheim gefunden wurde. In Hessen trat ein Jahr zuvor der letzte Fall auf. Um die Krankheit zu tilgen, wurden in Rheinland-Pfalz zwischen 2004 und 2008 1,3 Mio. Euro und in Hessen 1,4 Mio. Euro aufgewendet. Gelungen ist die Bekämpfung durch die großflächige Impfung der Füchse mit Lebendimpfstoff über Köder. In Rheinland-Pfalz wurde zuletzt sogar im Sechs-Wochen-Takt geimpft, um tollwutfrei zu werden. Was jetzt folgt, ist eine Über­wachungs­pha­se von zwei Jahren. Jäger und Landwirte sind jedoch weiterhin aufgefordert, wachsam zu sein und den Veterinärbehörden verhaltensauffällige Wildtiere zu melden.
Verbreitet hatte sich die in Deutsch­land hauptsächlich durch den Fuchs weitergetragene Tollwut nach dem Ende des zweiten Weltkrieges von einem Krank­heitsherd in Ostpreußen aus. Bis Mitte der 70er Jahre war fast ganz Mitteleuropa betroffen. In vielen Drittländern ist die Krankheit auch heute noch verbreitet.Vor allem durch den Biss streunender Hunde kommt es dort immer wieder zu Infektionen beim Menschen. Etwa 50 000 Personen ster­ben jährlich an Tollwut, die meisten in Asien, Afrika und in Ost­eu­ropa. Nach einer Infektion ist die Erkrankung nur durch eine rasche nachträgliche Impfung zu verhindern. Ab dem Ausbruch verläuft die „Wutkrankheit“ innerhalb von sieben bis 18 Tagen tödlich.
Marion Adams