Stroh in Raufen für Sauen im Wartestall?

Schweinehaltung aktuell

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Ob sich Strohraufen im Wartestall als Beschäftigung für die Sauen eignen, fragten sich Wissenschaftler in Groß­britannien und Irland. In gro­ßen, dynamischen Sauengruppen (35 Sauen mit dreiwöchiger Ein- und Ausgliederung von neun Sauen) wurde dies untersucht. Dabei bekam die Versuchsgruppe täglich 0,3 kg Kurzstroh je Sau in zwei Raufen vorgelegt. Die Hauptbeschäftigungszeit mit dem Stroh lag zwischen 8 und 12 Uhr, wobei 6 Prozent der Sauen an jeder Raufe beobachtet wurden. Im Tagesverlauf nahmen 27 Prozent der Sauen das Beschäftigungsmaterial an.
9 Prozent ihrer Zeit verbrachten die Sauen mit dem Erkunden der Raufen und mit dem Stroh. Im Gegenzug verringerte sich der Anteil des allgemeinen Erkundens (zum Beispiel des Bodens). Auch das aggressive Verhalten der Sauen untereinander wurde aufgezeichnet. Dies war allgemein gering, wobei sich in der Versuchsgruppe statistisch nachgewiesen mehr aggressive Auseinandersetzungen zeigten als bei der Kon­trollgruppe (ohne Stroh). Trotz der interessanteren Umwelt war der Effekt auf das Wohlbefinden begrenzt. Egal ob mit oder ohne Strohvorlage traten Stereotypien wie zum Beispiel Leer­kauen auf.
Manja Hofmann aus Applied animal Behaviour Science 112 (2008), Seite 235 bis 247