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Immer mehr Wald in Europa

Neben dem Holzvorrat steigt in ganz Europa auch die Waldfläche stetig an. Das ist gut, schließlich hat der Wald eine wichtige Funktion beim Klimaschutz.
Gründe für die zunehmende Waldfläche liegen in der natürlichen Sukzession, die in bevölkerungsarmen Gebieten als Vorbote des demographischen Wandels aufkommt, und in der von der EU geförderten Erstaufforstung.
Besonders Spanien, Portugal, Italien und Irland machten viele Jahre regen Gebrauch davon. Zwischen 1993 und 1997 wurden über eine halbe Million Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche aufgeforstet, überwiegend Dauergrünland. 46 Prozent, rund 260 000 ha davon in Spanien,
60 000 ha in Irland, 50 000 ha in Portugal, 30 000 ha in Italien und 18 000 ha in Deutschland. Die EU zahlte in diesem Zeitraum 1,27 Mrd. Euro an Erstaufforstungsprämien. Betrachtet man die Aufforstungen genauer, zeigt sich, dass viele Plantagen angelegt wurden. 13,3 Mio. ha, das sind knapp 8 Prozent aller europäischen Wälder, sind inzwischen Plantagen. So bestehen die Aufforstungen in Irland zu 85 Prozent aus Aleppokiefer und in Italien zu 95 Prozent aus nicht-heimischen Laubbäumen.
Die EU schrieb der Erstaufforstung als Maßnahme zur Regelung der Gemeinsamen Agrarpolitik eine wichtige Rolle zu. Man wollte gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Überproduktion stoppen und ökologische Nischen schaffen. Zweiteres ging oftmals daneben.
Mit dem derzeit geltenden För­derprogramm zur Erstaufforstung wird dem ökologischen Aspekt mehr Bedeutung beigemessen. Das kommt den Waldbesitzern in den stürmischen Zeiten durchaus entgegen. Denn auch sie haben ein großes Inte­resse daran, stabile naturnahe Wälder für die Zukunft anzulegen. Das Gute daran: die Rechnung geht langfristig auch ökonomisch auf.

Elke Setzepfand