Wechselhafte Zeiten

Hormonumstellung bei beiden Geschlechtern

Männer und Frauen können beide in die Wechseljahre kommen.
Foto: Rolf van Melis/pixelio

Älter werden ist nichts für Feiglinge, insbesondere dann, wenn Wehwehchen anfangen, die man nicht richtig einordnen kann. Machen sich die Beschwerden in der Lebensmitte bemerkbar, kann es passieren, das sie mit: „Das sind die Wechseljahre“ abgetan werden. Anders ausgedrückt, wird auch vom Klimakterium oder der Zeit vor und nach der Menopause gesprochen. Mit den Wechseljahren werden meist Frauen in Verbindung gebracht. Weniger bekannt ist, dass es auch Wechseljahre des Mannes gibt, für die ebenfalls verschiedene Begriffe existieren. Ihre körperlichen und psychischen Veränderungen in der Lebensmitte werden als Klimakterium virile (viril: männlich), Andropause oder mit der Abkür­zung PADAM bezeichnet, die für partielles Androgen-Defizit des altern­den Mannes steht. (Das wichtigste Androgen ist Testosteron.) Die Wechseljahre sind, ebenso wie die Pubertät, ein natürlicher Abschnitt im Leben von Frau und Mann. Die einen erleben diese Abschnitte intensiver als andere. Man geht davon aus, dass die Ursache der Wechseljahre bei beiden Geschlechtern eine Hormonumstellung ist (siehe Kasten unten), die in der Regel nicht behandelt werden muss, es sei denn, es treten starke Beschwerden auf. Diese sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wer die Wechseljahre nicht nur als körperliche und psychische Ver­änderungen sieht (der körperliche Abbau beginnt genetisch betrachtet schon mit rund 30 Jahren), sondern sie als neuen Lebensabschnitt anerkennt, der wird diese Zeit besser überstehen als andere. Schließlich steht man mitten im Leben und kann auf Lebenserfahrungen und Weisheiten zurückgreifen, die mehr wert sein sollten, als sich hinter Wehwehchen zu verstecken oder damit zu hadern. Jeder Wechsel ist schließlich eine Veränderung – und dadurch gleichsam eine neue Chance.

   

   

Hormonumstellung

Die wichtigste hormonelle Änderung bei Frauen in den Wechseljahren ist der Rückgang des Östrogens und des Progesterons. Beide Hormone regeln den Menstruationszyklus. Über die männlichen Wech­sel­jahre gibt es verschiedene The­orien: Die einen deuten darauf hin, dass sie durch einen sinkenden Testosteron­spie­gel hervorgerufen werden. Die anderen behaupten, dass Beschwerden wie Depressionen, Schweiß­­aus­brü­che oder nachlassende Energie nicht aufgrund dieser Hormonumstellung auftreten, sondern eher auf eine ungesunde Lebensweise zurückzuführen sind. Ursachen seien beispiels­weise Übergewicht, Rauchen, mangelnde Bewegung oder zu viel Alkohol. Wieder andere sprechen von einer Marketingstrategie der Pharmaindustrie, durch die mit dem Verkauf von diversen Mittelchen Geld verdient wird.

SL