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Des einen Freud, des andern Leid

Schon letzte Woche ging es an dieser Stelle um das Thema Klimawandel – und zwar aus Sicht der Waldbesitzer. Diesmal sind die Ackernbauern dran; sie werden schon jetzt unmittelbar mit den ersten Auswirkungen konfrontiert.

Vorausschauendes Handeln und Umdenken sind also gefragt, denn auch im Ackerbau stehen neue Arten und Sorten beziehungsweise an die Veränderun­gen angepasste Produktionstechniken nicht von heute auf morgen zur Verfügung. Gerade deshalb muss schon jetzt damit begonnen werden, die Landwirtschaft auf die kommenden Situationen einzustellen.

Auch in Sachen Klimawandel gibt es Gewinner und Verlierer. Während die prognostizierten heißeren Sommer und milden Winter auch von Vorteil sein können, gibt es Gebiete, in denen diese Änderungen einen großen Anpassungsdruck auslösen werden. Bei Getreide zum Beispiel muss die Sortenwahl in Richtung Trocken-Toleranz geändert werden – wenn nicht sogar der Getreidebau an sich in Frage gestellt werden muss. So ist schon heute am Oberrhein das Ge­treide fast vollständig vom Körnermais verdrängt worden.

Überhaupt stellt die Wasserversorgung ein zentrales Problem dar: Generell wird es im Sommer weniger, im Winter dafür mehr regnen (und weniger schneien). Anpassungen bei der Bodenbearbeitung werden die Folge sein. Der Pflugeinsatz wird – auch wegen der immer seltener werdenden Frostgare – vermutlich weiter zurückgehen.

Die Auswirkungen auf den Ackerbau sind komplex und wirken in alle Teilbereiche hinein: Ob Sortenwesen, Pflanzenschutz, Düngung, Landtechnik oder Handel, alle müssen zur Lösung der Probleme beitragen. Welche Entwicklungen schon heute absehbar sind und wie sich die Landwirte darauf einstellen können, lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 12.

Karsten Becker