Tag der offenen Stalltür in Diemelstadt-Neudorf

Familie Hage hat Maststall mit 1 200 Plätzen gebaut

Am Sonntag, den 14. Dezember findet von 10 bis 16 Uhr in dem neu erbauten Schweinemaststall von Familie Hage aus Diemelstadt-Neudorf ein Tag der offenen Tür statt. Der Stall befindet sich im Außenbereich. Die Zufahrt ist ausgeschildert. Nach einer Bauzeit von etwa vier Monaten wird der Stall der Öffentlichkeit vorgestellt. Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel wird nach einer kurzen Ansprache um 11 Uhr die offizielle Eröffnung vornehmen.

In 2007 wurde von Familie Hage zusammen mit Wilfried Brede vom Serviceteam Alsfeld eine Konzeptplanung des Bauvorhabens erstellt. Hierbei wurden Vor- und Nachteile von verschiedenen Stallsystemen mit dem Focus auf Produktionstechnik vorgestellt und diskutiert. Die Baumaßnahme wurde mit Mitteln des Agrarinvestitionsförderungsprogrammes (AFP) gefördert. Daher wurde als Betreuer der Baumaßnahme die Hessische Landgesellschaft mbH (HLG) in das Verfahren einbezogen. Als Architekt wurde ebenfalls die HLG beauftragt.

Doppelkammstall mit zehn Mastabteilen

Der Doppelkammstall mit etwa 1 200 Mastplätzen verfügt über zehn Mastabteile. Zwei Reser­ve­abteile sowie der Futter- und Hygienebereich vervollständigen die Stallanlage.

Die Flüssigmistkanäle mit einer lichten Höhe von 75 cm werden im Wechselstauverfahren über Flachschieber entleert. Eine fest verlegte Unterflurflutleitung sichert eine problemlose Entleerung der Kanäle.

Betondoppelelemente als Wandaufbau verwendet

Der 58 mal 27 m große Stall wurde mit Betondoppelelementen mit einer innenliegenden Wärmedämmung im Außenwandbereich gebaut. Dieser Wandaufbau besteht aus einer Außenschale mit einer Wandstärke von 7 cm, einer anschließenden Wärmedämmung mit einer Dicke von 8 cm und einer Innenschale von 6 cm Wanddicke. Mit einem Autokran wurden die Elemente versetzt und nach dem Ausrichten mit Ortbeton (15 cm) verfüllt. Die Wände des Zentralganges wurden aus 17,5er KS-Planelementen hergestellt. Die Abteiltrennwände wurden durch Kunststoffprofilbretter mit einer Wandstärke von 5 cm erstellt. Wesentliche Vorteile dieser Rohbaulösung sind die schnellen Bauzeiten sowie glatte Oberflächen, die eine leichte Reinigung ermöglichen.

Als Stalldecke wurde ein Aluprofilblech mit einer Zelluloseschüttung eingebaut. Die Reinigung der glatten Stalldecke ermöglicht ebenfalls einen hohen Hygienestandard im Stall. Die aufgebrachte Schüttung soll nicht nur Wärmedämmung im Winter sein, sondern auch ein unnötiges Aufheizen im Sommer minimieren.

Die Aufstallung besteht aus Kunststoffprofilbrettern und V2A-Pfosten. Besonderer Wert wurde bei den Buchtenabtrennungen auf glatte Oberflächen und eine hohe Stabilität gelegt. Eine fest verlegte Einweichanlage ermöglicht es, bei dem konsequenten Abteil-Rein-Raus durch kürzere Reinigungszeiten effizienter zu arbeiten.

Pendeltränken und Breiautoma­ten liefern Wasser

Die Wasserversorgung der Tiere erfolgt über die Breiautomaten und separate Pendeltränken. Um im Bedarfsfall bei einer eventuellen Krankheit schnell reagieren zu können, wurde eine separate Medikamentenleitung eingebaut.

Die Lagerung der Futtermischungen findet in drei Flexsilos statt. Für eine dreiphasige Fütterung wurden drei parallele Rohrkettenfütterungsanlagen im Maststall montiert. Die Zwangsbefüllung der Fütterungsanlage sowie die Futterrückführung nach dem letzten Futterautomaten sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Als Futterautomaten wurden Nassfutterautomaten montiert. Um im Automatenbereich die Betonspalten zu schützen, wurden diese mit Vollkunststoffplatten überdeckt.

Im zweiten Bauabschnitt im Frühjahr 2009 wird der Schweinemaststall um eine Futteraufbereitung mit entsprechender Getreidelagerung erweitert.

Zuluft kommt über Rieselkanäle in den Stall

Als Zuluftsystem wurden Rieselkanäle eingebaut. Entlüftet werden die Abteile über eine Zentraloberflurabsaugung mit energiesparender Eta-Vent-Technologie. Als Option kann bei der Zentralabsaugung ein Luft-Luftwärmetauscher eingebaut werden. Bei weiter steigenden Energiepreisen kann somit der Heizenergieeinsatz effizienter gestaltet werden.

Zuluft wird mit einem Gaskonvektor vorgewärmt

Über den zentralen Bedienungsgang wird die Zuluft mit Hilfe eines Gaskonvektors vorgewärmt. Die Abteilheizung erfolgt über Gasgebläse in dem jeweiligen Abteil.

Familie Hage und die am Bau beteiligten Firmen und Organisationen würden sich freuen, Sie am Tag der offenen Tür begrüßen zu können. Für das leibliche Wohl sorgt der Sportverein Neu­dorf. Wilfried Brede