Die Buntmacher fürs Osterei

Mit allen Farben im Test lassen sich Eier bedenkenlos färben

Ostern – ein großes Eieressen: Jeder Deutsche verspeist während der Feiertage drei Eier mehr als sonst. Je bunter, desto besser – denn das Auge isst schließlich mit. Doch nicht mit allen Eierfarben gelingt das perfekte Osterei. Das zeigt eine Prüfung der Stiftung Warentest von zehn Produkten zum Eierfärben.

Vor allem die Stifte zum Bemalen enttäuschen auf ganzer Linie, weil die Farbe kleckert oder schnell so fest wird, dass sie sich kaum mehr auftragen lässt. Mehr Spaß haben Kinder mit Marmorier­farben inklusive Glitzereffekt.

Preiswerte Eierfarben

Mit künstlichen Farbstoffen lassen sich Eier preiswert und weitgehend gleichmäßig färben, zum Beispiel mit Iris-Eierfarben (0,59 Euro) und Ostereier Färbeblättchen (0,99 Euro) von Branchenführer Brauns-Heitmann. Auch mit Naturfarben gelingen schöne Ostereier. Manche Farbtö­ne können aber von Ei zu Ei unterschiedlich intensiv ausfallen.

Wie kräftig bunt ein Ei wird, hängt nicht nur von den Farbstoffen ab, sondern auch von der Farbe und Struktur der Eierschale. Es gibt immer wieder Eier, die die Farbe schlecht oder sogar überhaupt nicht annehmen. Sieben Eierfarben sind laut Verpackung zwar sowohl für weiße als auch für braune Eier geeignet, aber auf weißen Eiern werden die Farben generell intensiver. Gut zu wissen: Gesundheitsschädlich sind die getesteten Farben alle nicht, selbst wenn sie durch feine Risse und Poren in der Schale ins Ei eindringen. Das sieht nur unappetitlich aus. Schadstoffe sind in den Ostereierfarben kein Thema. Sie dürfen nur für Lebensmittel zugelassene, künstliche oder natürliche, Farbstoffe enthalten.

In Chemiefarben stecken Azofarbstoffe und Chinolingelb. Sie stehen unter anderem im Verdacht, bei empfindlichen Menschen allergieähn­li­che Reaktionen auszulösen. Zum Färben von Eiern sind die enthaltenen Azofarben aber in Ordnung. Sie sind schließlich für die nicht essbare Eierschale bestimmt und gelangen, wenn überhaupt, dann nur in ganz geringen Mengen ins Ei.

Färben mit Naturstoffen

Wer lieber mit Naturstoffen färbt, sollte vorsichtig sein. So sind mancherorts angebotene Rot-, Gelb- und Blauhölzer sowie Krappwurzel nicht als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen und damit auch nicht zum Färben von Eiern. Die getesteten Naturfarben enthalten nur erlaubte Farbstoffe, zum Beispiel aus Blattgrün gewonnenes Chlorophyllin.

Auch mit Lebensmitteln lassen sich Eier färben. Der Aufwand ist jedoch im Vergleich zu den meisten Ostereierfarben hoch, der Spaßfaktor niedrig und die Farbe selten kräftig. Spinat zeigt zum Beispiel keine Färbekraft. Kurkuma überzeugt dagegen mit kräftig gelben Eiern. Oder: Blaubeersaft färbt Eier dunkelblaugrau, wenn man sie darin kocht. Positiv dabei: Die Farben gehen kaum durch die Schale. td/LW