Grillsaison auch mit Schweinefleisch

Wichtige Informationen zur „Amerikanischen Grippe“

Nach dem Ausbruch der "Amerikanischen Grippe" (auch „Neuen Grippe“) in Mexiko und anderen Ländern sehen sich die zuständigen Behörden in Deutschland gut gerüstet und warnen derzeit vor übertriebener Panikmache. Seit Bekanntgabe des Ausbruchs steht fest: Schweinefleisch kann bedenkenlos verzehrt werden! Das LW gibt Ihnen im Folgenden einen Überblick über das Thema.

Kein Verzicht auf Schweinesteaks in der Grillsaison.
Foto: imago

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das neue Virus A/H1N1 am 25. April 2009 als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft. (Eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten von SARS im Jahr 2003, einer durch ein Virus hervorgerufenen Lungenkrankheit. SARS konnte gestoppt werden.) Am 27. April hat die WHO die pandemische Warnpha­se 4 und am 29. April die Phase 5 (von insgesamt 6) aus­ge­rufen. Pha­se 5 wird charakterisiert durch ei­ne Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus in mindestens zwei Staaten einer WHO-Region.

Für die Bevölkerung wird nach wie vor keine allgemeine Gefährdung durch die „Neue Grippe“ gesehen. Generell empfohlene persönliche Hygienemaßnahmen sollten aber besonders beachtet werden, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern aus betroffenen Regionen (siehe LW-Ausgabe 18, Seite VI).

Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und darü­ber weiterverbreitet werden. Daher wird häufiges Händewaschen empfohlen. Außer­dem sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden, da die Erreger leicht auf die Schleim­häute von Augen, Nase und Mund übergehen können. Wichtig: Beim Husten sollte in den Ärmel gehustet werden.

Empfehlung zum Grippeschutz

Während Schweine gegen die Grippe geimpft werden können, existiert für Menschen bislang keine spezielle Impfung gegen das neue Virus. Es ist ein neuartiger Er­reger, der sich aus Viren von Schweinen, Vögeln und dem mensch­lichen Grippevirus gebildet hat. An der Entwicklung eines Impfstoffes wird gearbeitet.

Bislang wurde insbesondere allen Personen über 60, Kranken sowie Schweine haltenden Landwirten empfohlen, sich gegen das im Winterhalbjahr vorkommende (menschliche) Influenza-Virus zu impfen. Sie mini­mieren damit das Grippe-Infektionsrisiko. Zudem gilt für Landwirte, so die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, dass „die unerwünschte Mischung auch hier bekannter H1N1-Influenzaviren des Menschen mit den bei Schweinen vorkommenden H1N1-Typen vermin­dert werden kann“. Wie heute all­gemein üblich, gilt auch, dass nur zugangsberechtigte Personen in Schweinebeständen anwesend sein sollten, um die Schweine bestmög­lich vor Infektionen zu schützen.

Grundsätzlich warnen Virologen vor einer Panikmache. Sie vergleichen: In Deutschland würden im Durchschnitt pro Jahr bis zu 20 000 Menschen an der „normalen“ Grippe sterben. An der „Neuen Grippe“ seien bis jetzt weniger als 20 Personen gestorben.

Verzehr von Schweinefleisch

Eine Virusinfektion durch den Verzehr von Schweinefleisch besteht nicht. Schweinefleisch kann unbedenklich gekocht, gebraten oder gegrillt verzehrt werden – welch gute Nachricht für die Grillsaison! SL

Virustypen

Mit H und N werden die beiden Eiweiße der Virushülle, Hämagglutinin und Neuraminidase, abgekürzt. Insgesamt gibt es 16 Hämagglutinin- und neun Neuraminidase-Subtypen in verschiedenen Kombinationen.

 

Uneinigkeit bei der Grippe-Bezeichnung

Alle für das neu entdeckte Grippevirus A/H1N1 zuständigen Behörden sind sich einig, dass die Bezeichnung „Schweinegrippe“ falsch ist, da eine Ansteckung aktuell von Mensch zu Mensch erfolgt. In Deutschland ist derzeit kein Schwein mit dem Virus infiziert. Nun tauchen jedoch, für die Verbraucher verwirrend, unterschiedliche Be­zeichnungen auf: Aus dem Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit kommt die Bezeichnung „Amerikanischen Grippe“. Das Robert-Koch-Institut sowie die EU-Kommission nutzen die Bezeich­nung „Neue Grippe“. Andere sprechen von „Nordamerikani­scher Grippe“, „Mexikogrippe“ oder „A/H1N1-Grippe“ – egal, Hauptsache die Verbraucher konsumieren wie gewohnt ihr Schweinefleisch, denn das ist virusfrei.