Grillgut wegen des Krebsrisikos nicht scharf anbraten

Grillfleisch nicht zu heiß grillen.
Foto: Rainer Sturm|pixelio

Vor einem erhöhten Krebsrisiko durch den Verzehr von zu stark angebratenen Steaks oder angekohlten Würstchen hat das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) gewarnt. Die beim Grillen oder Braten entstehenden heterozyklischen aromatischen Amine steigerten erheblich die Wahrscheinlichkeit, bestimmte Gewebeveränderungen im Dickdarm zu entwickeln, führte das DKFZ in einer Presseinformation aus. Diese als Adenome bezeichneten Polypen seien häufig Vorstufen für Dickdarmkrebs. In diesem Zusammenhang verwies das Forschungszentrum auf die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Sabine Rohrmann, die im Rahmen einer Studie mit 4 484 Probanden die Auswirkungen der Aufnahme des als „PhIP“ bezeichneten wichtigsten Vertreters dieser Substanzklasse in der Ernährung untersucht habe.

Dabei seien die Teilnehmer anhand ihrer PhIP-Aufnahme in vier Gruppen eingeteilt worden; in der Gruppe mit der höchsten PhIP-Zufuhr wurden nach Darstellung des DKFZ etwa 50 Prozent mehr Dickdarm­adenome beobachtet als bei den Personen, deren Nahrung die geringste Menge dieser Substanz enthielt. Dabei habe sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Vorliebe für stark Gebratenes und der Häufigkeit von Adenomen ableiten lassen, was die Rolle der heterozyklischen aromatischen Amine bei der Krebsentstehung bestätige. Aus diesem Grund rät Rohrmann zu Vorsicht beim Grillen und Braten: „Lieber Schmorgerichte oder andere Zubereitungsarten wählen, die mit geringerer Hitze auskommen.“ Gerade beim Grillen sei außerdem zu bedenken, dass heterozyklische aromatische Amine nur ein Teil des Giftcocktails seien, der in Fleisch und Würstchen entstehen könne.

Die Untersuchung war Teil der europaweiten Studie „European Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC), die nach Zusammenhängen zwischen Ernährungsfaktoren und dem Auftreten von Krebs sucht. Laut DKFZ geben rund eine halbe Million Studienteilnehmer aus zehn europäischen Ländern seit 1992 im Rahmen von EPIC Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände; die gewonnenen Daten würden auf ihren Zusammenhang mit dem Auftreten neuer Krebsfälle bei den Teilnehmern untersucht. age