Disteln, gekochet ohne Salz und Schmalz

Wie Europa die Hungersnöte besiegte

 Im Trockenjahr 2007 fiel die Getreideernte in Deutschland deutlich niedriger aus als in normalen Jahren. Die Verbraucher merkten davon nicht viel, das Brot wurde nie knapp, blieb weiterhin erschwinglich und niemand dachte wegen der niedrigen Ernte an eine Hungersnot. In früheren Jahrhunderten war das ganz anders. So war im Jahr 1770 in Deutschland auch nichts anderes geschehen als 2007 – es gab eine schlechte Getreideernte. Aber der in der Folge steigende Getreidepreis löste eine Hungersnot aus, wie sie die vergangenen Jahrhunderte immer wieder erlebten. Doch warum waren die Folgen damals so katastrophal, während man sich heute zumindest hierzulande so sicher fühlt?

 

In dem Buch „Massenarmut und Hungerkrisen im vorindustriellen Europa“ gibt der Agrarhistoriker Wilhelm Abel eine Beschreibung wieder „der in dem Jahr 1770 sich geäußert und annoch fortdauernden außerordentlichen Teuerung in Stadt und Fürstentum Ansbach“, aufgeschrieben vom Ratsverwandten Johann Georg Emmendorfer den 1. August 1772: „Dann sah man vor den Bäckerhäusern die Leute wohl zu hunderten stehen und nach Brot schreien, und die Bäcker mussten ihre Haustüren verschließen und Brot und Weck zu den Fenstern hinausreichen, ansonsten die Menschen einander zu Tode gedränget und den Bäckern das heiße Brot vor dem Backofen wohl unbezahlt aus der Hand gerissen haben würden.“ Es herrschte Hunger in der Stadt und die Katastrophe des Winters 1770/71, die hier beschrieben wird, kam nicht über Nacht, sondern hatte sich schon im Frühjahr angebahnt. Ab 18. März 1770, so berichten die Wetteraufzeichnungen, habe es drei Tage und drei Nächte geschneit: „Medio Martii fiel ein tiefer Schnee, welcher bis ultimo Aprilis liegen blieb, welcher den Samen so verderbte, daß weiters im Frühjahr hinaus derselbe sehr dünne stund und ganze Plätze auf den Äckern leer gestanden, so daß man eine schlechte Korn­ernte vermuten mußte.“ Nach dem Schnee folgte Regen, der Ratsverwandte Johann Georg Emmendorfer notierte später: „Das 1770ste Jahr aber und zwar der letzte Teil desselben, war der betrübte Zeitpunkt, da sich das Elend recht anfing.“ Mitte September bereits meldeten die Bäcker und Müller in Ansbach dem Rathaus, dass in einer Entfernung von bis zu fünf Stunden rund um Ansbach kein Korn mehr zu kaufen war und die amtliche Überprüfung der Getreidevorräte bei den Bäckern und Müllern der Stadt stellte fest: Es würde nicht über den Winter reichen. Johann Georg Emmendorfer berichtet vom „Hungerwinter 1770/71“ weiter, kein einziger Brauer habe mehr Bier gebraut, weil auch alle Gerste nur noch zu Brot verarbeitet wurde – das sich aber längst nicht mehr alle leisten konnten: „Die Armen sind jetzo froh, wenn sie nur genug Ochsenblut mit Kleien vermischet haben, und im Frühjahr, wann nur was Grünes herausgekommen, haben sie Disteln und allerlei grünes Kraut aus denen Wiesen und Äckern, auf welchen sie haufenweise wie die Gänse herumgeschwärmet, gesammelt und ebenfalls mit Kleien oder Nachmehl vermischt, ohne Salz und Schmalz gekochet, und so gegessen.“

Der alte Dampfpflug von 1928 ersetzte damals die Feldarbeit mit Pferden: Kohle statt Hafer.
Foto: Michael Schlag


Es gab die „Hunger-Theuerung“

Wie schlecht muss die Ernte ausfallen, um eine solche Not auszulösen? Mittlerweile war der Preis für das Simra Korn – das entspricht fünf Zentnern – von 12 Gulden um Pfingsten 1770, auf 20 Gulden bei Erntebeginn, und schließlich zum Ende des Winters auf 50 Gulden angestiegen, also mehr als das Vierfache. Die preußische Regierung ließ später in verschiedenen Gebieten des Landes Ertrags- und Verbrauchsbilanzen für Getreide aufstellen. Das Ergebnis: In besonders schlechten Jahren waren die Ernten um ein Drittel niedriger ausgefallen als in guten Jahren. Hinter der Hungersnot stand also keineswegs ein regionaler Totalausfall der Ernte. Und so war die „Hungersnot“ auch keine allgemeine Katastrophe, die alle im Land erfasste – am selben Ort litten nur Teile der Bevölkerung Hunger. „Auch in Zeiten der Hungersnöte waren Getreideprodukte und Brot zu bekommen“, sagt Professor Werner Rösener vom Historischen Institut der Universität Gießen, die Oberschicht habe durch ihre Geldmittel immer genügend Agrarprodukte erwerben können. „Schwer getroffen wurden dagegen die Unterschichten, wenn plötzlich das Brot doppelt, wenn nicht dreifach gekostet hat.“ In den alten Aufzeichnungen kommt das Wort „Hungersnot“ denn auch kaum vor, hier liest man fast immer von „Hunger-Theuerung“ – ein Ausdruck, der die Folgen einer zu niedrigen Ernte und die Ursachen der Not viel präziser erfasst.

Marktgeschehen nach Engel“schem Gesetz

Denn auf den einfachsten Nenner gebracht, bedeutet es: Hunger leidet nur, wer nicht zahlen kann. Und der streicht als Erstes alle Veredlungsprodukte wie Fleisch und Käse von seinem Speisezettel und verwendet das gesamte Budget für möglichst preiswerte Grund­nahrungsmittel. Daraus ergibt sich in Hungerjahren ein paradoxes Marktgeschehen, beschrieben im sogenannten „Engel“schen Gesetz“. Üblicherweise sagt die Wirt­schaftstheorie: Wird ein Produkt teurer, dann wird weniger davon gekauft. Für das Getreide in einer Mangelgesellschaft gilt aber das Gegenteil: Mit steigendem Getreidepreis steigt die Nachfrage nach Getreide, denn das knappe Geld und die sinkende Kaufkraft der Verbraucher konzentriert sich umso mehr auf die pflanzlichen Nahrungsmittel, die trotz gestiegener Preise eine Kalorie immer noch am billigsten liefern. So treibt sich die Hungerinflation sel­ber an, aber sie wirkt nicht gleichmäßig, sondern betrifft ganz selektiv die Lebensmittel der Armen: Für Roggen, Bohnen und Kartoffeln steigen die Preise immer stärker, für Fleisch und Fisch, für die jetzt kein Geld mehr übrig ist, bleiben die Preise stabil.

Bezahlung mit Kornlohn

Das Einkommen oder der „Geld­lohn“ alleine sagt in Notzeiten nur wenig darüber aus, wer sich noch ausreichend ernähren konnte. Entscheidend ist jetzt der „Kornlohn“. Er besagt: „Wie viele Lebensmittel bekommt ein Arbeiter für einen Tag oder eine Woche seiner Arbeit?“ Dieser Kornlohn war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Mitteldeutschland schon lange rückläufig. Zwar stiegen die Löhne, gemessen als Silberlohn, um 60 Prozent, die Preise für Roggen erhöhten sich jedoch in derselben Zeit – auch ohne akute Hungersnöte – um 200 Prozent. Die Schere zwischen Lebensmittelpreisen und Löhnen ging auseinander, die Kaufkraft für Lebensmittel, ausgedrückt als Kornlohn, war rückläufig. Die Fol­ge: Handwerker, Bergleute oder Textilarbeiter wendeten einen immer größeren Teil ihres Einkommens – bis zu 80 Prozent – für Le­bensmittel auf. Steigen unter diesen Bedingungen die Preise für Getreide, dann bleibt nichts mehr übrig für Kleider oder den Hausrat – die Lebensmittelkrise stürzt das Land unweigerlich in eine Wirtschaftskrise. So wie für das Jahr 1771 in Ansbach vom Ratsver­wandten Emmendorfer beschrieben: „Da nun die Lebensmittel so sehr teuer gewesen und der Lebensunterhalt alleine so viel gekostet hat, so hat ein jeder alle anderen Ausgaben so viel als möglich gesucht zu vermeiden, wodurch aber in vielen Stücken Handel und Wandel aufgehoben worden und manch ehrlicher Mann sich ohne Nahrung befindet.“

Letzte Hungersnot in der Agrargesellschaft

Die Preissteigerung der Grund­nahrungsmittel führte zum Preis­verfall der Handwerksprodukte und infolge der Löhne. Die Spirale drehte sich immer weiter nach unten. Die letzte Hungersnot des „Alten Typs“, wie Historiker es nennen, gab es in Deutsch­land 1846, als das Land noch eine Agrar­gesellschaft war. Besiegt wurden die Hungersnöte erst mit der Industrialisierung. Sie wirkte auf zwei Wegen: zum einen durch Löhne und Kaufkraft außerhalb der Landwirtschaft und zum ande­ren durch industrielle Methoden innerhalb der Landwirtschaft. Herauszuheben ist vor allem der Einzug fossiler, also externer Energie, zunächst in Form von Kohle für Dreschmaschinen und Dampf­pflüge, später ersetzte Diesel in Traktoren den Hafer für die Zugtiere, dessen Anbauflächen wurden jetzt für die Ernährung frei. Der Einzug der Schlepper – manchmal auch „Dieselross“ genannt – wirkte praktisch wie ein Landgewinnungsprogramm.
Auch die zweite Leistungssteigerung hat mit Energie zu tun: Stickstoffdünger. Vor hundert Jahren noch ohne Bedeutung, ernährt sich heute nach einer kürzlich vorgestellten Industriestatistik die Hälfte der Welt von den Nährstoffen, die als industrieller Stickstoffdünger auf die Äcker kommen, insgesamt sind es fast 100 Mio. Tonnen Stickstoff pro Jahr; es ist der zweite, noch größere Einsatz fossiler Energie in der Landwirtschaft. Abgesichert durch chemischen Pflanzenschutz sorgt der Mineraldünger für nie geahn­te hohe Ernten. So lagen um 1800 die Erträge des Getreidebaus in Deutschland bei 8 bis 9 Dezitonnen pro Hektar, heute sind es um 80 Dezitonnen Weizen, in guten Lagen weit über 100. Und schließlich die Pflanzenzucht: Noch in der Neuzeit musste ein großer Anteil der Getreideernte als Saatgut für das kommende Jahr aufgehoben werden. Die Äcker waren uneffizient, sie vermehrten das Getreide nur etwa im Verhältnis 1:5, heute ist das Verhältnis zwischen Saat und Ernte 1:50.
Doch die höhere Produktion war es nicht alleine, die die Hungersnöte aus den Armenvierteln des Landes verdrängte. Erst die Industriegesellschaft brachte auch die nötige Massenkaufkraft. Die Preis-Schere zwischen Grund­nahrungsmitteln und Löhnen kehrte sich um, Lebensmittel wurden billiger, der „Kornlohn“ stieg an, der Anteil der Lebensmittel an den Gesamtausgaben eines Haushalts ging zurück, es entstand Kaufkraft auch für andere Güter.

Ernteschwankungen heute

Auch die neueste Technik kann die Landwirtschaft aber nicht vor Ernteschwankungen bewahren. So verursachte die Dürre im Frühjahr des Jahres 2007 regional Einbrüche bei der Getreideernte von bis zu einem Drittel. Warum hat man davon in der Versorgung – anders als vor 200 Jahren – nichts gemerkt? „Heute kann man bei schlechten Ernten entsprechend Importgetreide auf dem Weltmarkt einkaufen“, sagt Professor Rösener von der Universität Gießen, „und deshalb tritt das bei uns gar nicht mehr in Erscheinung.“ Basis dafür sind allerdings Verkehrsmittel, Transportmethoden und sichere Handelswege, die es ermöglichen, Getreide schnell an jeden Ort des Landes zu transportieren.
Während Getreidelieferungen das vom Hunger heimgesuchte Ansbach 1771 gar nicht oder zu spät erreichten – und dann war das Getreide zum Teil schon verschimmelt – konnte die Europäische Union 2007 dank ihrer Geld­mittel ohne größere Probleme acht Millionen Tonnen Getreide auf dem Weltmarkt zukaufen. Man könnte es auch so ausdrücken: Solange wir genug Autos bauen und exportieren, werden wir auch stets genug Brot haben. Und so zeigt sich eine weitere scheinbar paradoxe Entwicklung: Je geringer die Bedeutung der Landwirtschaft in einer Volkswirtschaft, je weniger Menschen sich mit der Produktion von Lebensmitteln beschäftigen – umso sicherer ist die Versorgung des Landes, umso geringer die Gefahr, dass diese Gesellschaft eine Hungersnot erlebt.
Weltweit genießen indes nur die reichen Industrieländer die­ses Privileg, während Agrargesellschaften immer mit einer Knappheit rechnen müssen. Und was im Ansbach des Jahres 1771 innerhalb der Stadtmauern galt, lässt sich heute ohne Weiteres auf die globalisierte Wirtschaft übertragen – zwischen Oberschicht und Unterschicht, zwischen Haiti und Hamburg: Damals wie heute wandert das Brot zum Geld. Doch wie sicher ist es, dass die Kaufkraft der Industrie­löhne für Lebensmittel allezeit so hoch bleibt und die Produktion der industrialisierten Landwirtschaft ebenfalls? Professor Rösener nennt auch die Achillesferse des Systems: „Hungersnöte könnten in Deutschland und Europa eintreten, wenn die gesamten Rahmenbedingungen sich plötzlich ändern.“ Wenn die mechanisierte Landwirtschaft durch einen Schock in der Ölproduktion auf einmal die Möglichkeit verlöre, ihre Maschinen einzusetzen. Das, so Rösener, „wäre für uns eine neue Form von Behinderung der Agrarproduktion.“

Gerechte Verteilung

Eine Agrarkrise schlägt heute nicht mehr, wie noch im 18. Jahrhundert, auf die gesamte Wirtschaft durch. Wirklich gefährlich für die Sicherheit der Versorgung könnte aber eine Energie- und Wirtschaftskrise werden, die auf die Landwirtschaft zurückschlägt. In jedem Falle sind Hungersnöte – damals wie heute – immer auch eine Frage der gerechten Verteilung. Und so endet der Bericht des Johann Georg Emmendorfer, Rats­verwandter in Ansbach, aufgeschrieben den 1. August 1772, mit einer Anklage an die Spekulanten seiner Zeit: „Der Reiche und der Getreid zu verkaufen hat, gibt nichts heraus, bis es über die Maßen teuer ist und machet sich kein Gewissen, dem Mittelsmann und Armen das Mark aus den Beinen vollends herauszusaugen, und kann doch seinen Geiz nicht ersättigen.“ Michael Schlag

 

Ernährungsarmut heute

Wenn am Ende des Geldes noch Monat übrig ist

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland an der Armutsgrenze leben, wächst immer mehr. Insbesondere Kinder sind von Armut betroffen: Jedes sechste Kind in Deutschland wächst in Armutsverhältnissen auf. Auch der Anteil der in Armut lebenden älteren Menschen wird in den kommenden Jahren ansteigen, da viele Menschen nicht in der Lage waren und sind, eine private Altersvorsorge zu treffen. Die Betroffenen, ob Jung oder Alt, sind mit der sogenannten „Ernährungsarmut“ konfrontiert. Dabei wird unterschieden zwischen der materiellen, der sozialen und der sozialisations- und bildungsbedingten Ernährungsarmut:

  • Die materielle Ernährungsarmut beschreibt jede Ernährung, die weder in ihrer Quantität noch in ihrer physiologischen und hygienischen Qualität bedarfsdeckend ist – sei es durch einen Mangel an Mitteln zum Erwerb der Nahrung (in Form von Geld oder anderen Zugangsberechtigun­gen) oder durch einen Mangel an Nahrung selbst (fehlende Lebensmittel oder Einkaufsmöglichkeiten).
  • Die soziale Ernährungsarmut beschreibt jede Ernährung, die es nicht er­laubt, in einer gesellschaftlich akzeptierten Weise soziale Beziehungen aufzubauen, Rollen und Funktionen zu übernehmen, Rechte und Verantwortlichkeit wahrzunehmen oder Sitten und Gebräuche einzuhalten, die jeweils im sozialen und kulturellen Umgang mit Essen und Trinken in einer Gesellschaft zum Ausdruck kommen.
  • Die sozialisations- und bildungsbedingte Ernährungsarmut umfasst mangelnde ernährungswissenschaftliche Kennt­nisse, in Folge unzureichender Erziehungs- und/oder Bildungsprozesse, durch die die Betroffenen nicht in der Lage sind, eine gesunderhaltende und nach ernährungswissenschaftli­chen Empfehlungen ausgerichtete Ernährung zu praktizieren. Dadurch sind unzureichende Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Mahlzeitenzubereitung sowie bei den die Ernährung betreffenden haushälterischen Handlungen (wie Lebensmittel­einkauf und Vorratshaltung) vorhanden.

Schulung der Haushalts- und Ernährungskompetenzen

Konzepte, die Haushalts- und Ernährungskompetenzen frühzeitig vermitteln beziehungsweise Armutshaushalte in ihrer prekären Lage unterstützen, kann es nicht genug geben. Einige gute Beispiele gibt es, wie:

  • die kostenlosen Lebens­mittel­ausgaben bei den Tafeln (siehe Bericht über die Hofgeismarer Tafel in der LW-Ausgabe 11/2008, ab Seite IV),
  • Deutschlands Initiative für ge­sunde Ernährung und mehr Bewegung IN FORM (www.in-form.de), darunter auch die Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtun­gen für Kinder, von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aufgestellt (www.dge.de) oder „FIT KID – Die Gesund-Essen-Aktion für Kitas“, die die DGE durchführt (www.fitkind-aktion.de) oder der aid-Ernährungsführerschein, den qualifizierte Landfrauen in Grundschulen zur Entwicklung von Alltagskompetenzen umsetzen,
  • die Einrichtung von Ganztags­schulen mit dem Angebot einer Mittagsverpflegung,
  • die Ausgabe von Schulmilch,
  • Bauernhof als Klassenzimmer oder Lernort Bauernhof (www.bauernhof-als-klassen­zimmer.hessen.de und lernort-bauernhof.rlp.de).

Um die ernährungsphysiologi­sche, gesundheitliche und haushälterische Situation von Ar­muts­­haushalten effektiv und effizient zu verbessern, bedarf es der finanziellen und sozialpolitischen Unterstützung. Außerdem müssen vorbeugende Erziehungs- und Bildungsmaßnahmen sowie Multiplikatorenschulungen zu Themen rund um Er­nährung und privates Haus­halts­manage­ment durchgeführt werden. Jeder Haushalt sollte für das Thema „gesunde Ernährung“ sensibilisiert werden, denn Armut kann heute jeden treffen.  SL

Das Geld bei Bezug von Hartz IV reicht für eine gesunde Ernährung nicht aus. Am En­de des Geldes ist in vielen Armutshaushalten noch Monat übrig. Vorhandene Fehl- und Mangelernährung der Betroffenen liegt jedoch nicht nur am fehlenden Geld, sondern auch an den fehlenden Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, eine gesun­de Mahlzeit zuzubereiten.