Achtung giftig!

Bunte Früchte im Herbst

Jedes Jahr zum Herbst, wenn die Beeren und Früchte reifen, ist besonders für Familien mit kleinen Kindern Vorsicht geboten, da vor allem unter den Zierpflanzen des Gartens einige giftige Vertreter zu finden sind. 

Leider kommen jedes Jahr immer noch Vergiftungsfälle, verursacht durch Pflanzen, vor allem bei Kindern vor, die schlimmstenfalls sogar tödlich enden können. Kinder sind durch Pflanzenvergiftungen besonders gefährdet, da sie gerne alles in den Mund stecken und aus Neugier vieles probieren. Besonders gefährlich sind dabei Pflanzen, die besonders attraktiv erscheinen oder die den essbaren Früchten ähneln.

Der Herbst ist die große Stunde der farbigen Früchte, unter ihnen befinden sich auch giftige oder ungenießbare Vertreter.
Foto: Busch

Aufklärung ist das Wichtigste
Wichtig ist vor allen Dingen eine Aufklärung und die Erziehung zur Vorsicht vor unbekann­ten Pflanzen. Kleine Kinder müssen wissen, dass sie nicht einfach alle Früchte oder Blätter in den Mund nehmen dürfen, da sie even­tuell Giftstoffe enthalten. Größere Kinder können bereits giftige Pflanzen des Gartens und der Umgebung kennen lernen und wissen sie zu meiden.
Für Erwachsene ist es wichtig, die giftigsten Vertreter zu kennen, um eine Übersicht zu haben und sie von den vielen ungiftigen Früchten unterscheiden zu können, von denen man allerdings auch wissen sollte, dass manche von ihnen, die nur als ungenießbar gelten, unreif verzehrt, Bauchweh und Erbrechen hervorrufen. Die giftigsten Samen und Früchte lassen sich am einfachsten nach ihren verschiedenen Fruchtformen einprägen:
  • Stachelige Früchte, die bunt gesprenkelte Bohnen enthalten, bilden sich beim Wunderbaum, einer Kübel- oder Beetpflanze. Der Stechapfel, der auch als Zierpflanze angeboten wird, entwickelt in einer stache­ligen Kapsel zahlreiche dunkel gefärbte Samen, die unreif zudem sehr wohlschmeckend sind.
  • Rote, beerenartige Früchte, die höchst giftig sind, reifen an Aronstab, Bittersüßem Nachtschatten, Eibe, Maiglöckchen, Pfaffenhütchen, Salomonssiegel und Seidelbast. Schwarze Früchte bilden schuppenblättrige Wacholderarten, Schwarzer Nachtschatten und die zu­ckersüß schmeckende Tollkirsche aus.
  • Gelbe Früchte zeigen sich am Giftefeu und dem gelben Nachtschatten.
  • Daneben gibt es noch Vertreter, die bohnen-, erbsen- oder rapsartige Früchte ausbilden. Giftige Hülsen wachsen an Be­senginster, Bohne, Goldregen und Lupine. Balgfrüchte entwickeln Christrosen, Eisenhut, Rittersporn und Winterling, und giftige Schoten befinden sich an Goldlack, Goldmohn und Schöllkraut.
Hilfreich bei der Übersicht über die Vielfalt der giftigen Pflanzen sind bebilderte Broschüren, wie „Vorsicht Giftpflanzen“, die von den Gemeinde-Unfallversicherungsverbänden kostenlos abgegeben werden. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung mit oben genannten Pflanzen, sollte schleunigst ein Arzt konsultiert und jede Selbstmedikation dringlichst vermieden werden.

Um Vergiftungsfällen im Vorfeld aus dem Weg zu gehen, bietet es sich besonders bei der Planung von Hausgärten, in denen kleine Kinder spielen, an, auf die Pflanzung dieser giftigsten Vertreter zu verzichten. Stattdessen sind ungiftige Arten zu wählen. Es empfehlen sich als kleinwüchsige Gehölze beispielsweise die Blutjohannisbeere, Deutzie, Felsenbirne, Fingerstrauch, Hundsrose, Kornelkirsche, Pfeifenstrauch, Purpur-Hartriegel, Ranunkelstrauch, Scheinquitte, Schmetterlingsstrauch, Spierstrauch, Tamariske und die Zierkirsche. Peter Busch