Sicherheits-Check für Gartengeräte

Herbstzeit: Wartungszeit für Mäher, Heckenschere und Leitern

Herbstzeit ist Gartenzeit: Jetzt werden wieder Äpfel geerntet, Stauden beschnitten, Tulpenzwiebeln gesetzt und der Rasen ein letztes Mal gemäht, bevor es in die Winterpause geht. Und auch Ihre Gartengeräte wie Rosenschere, Rasenmäher und andere sollten Sie jetzt noch einmal genauer unter die Lupe nehmen, kleinere Schäden ausbessern und Schmutz entfernen, bevor Sie sie für ein halbes Jahr wegstellen. Nur dann können Rost und Verkrustungen keine größeren Schäden verursachen, und Ihre Gerätschaften sind im Frühjahr sofort einsatzbereit, wenn es wieder nach draußen geht. Hier unsere Tipps für den Geräte-Check.

Rostige und morsche Leitern sollten nicht mehr benutzt werden. Die Sturzgefahr ist viel zu groß.
Foto: Kurt Michel/pixelio

Elektrogeräte brauchen besondere Wartung: Gepflegte Gartengeräte halten länger – und damit lässt sich viel Geld und Ärger sparen. Deshalb ist eine regelmäßige Wartung gerade von elektrischen Gartenhelfern wie Rasenmähern, Laubsaugern, Motorsägen und elektrischen Heckenscheren unerlässlich. Vor der Winterpause unbedingt defekte Elektrokabel und Schalter überprüfen: Wer keine Erfahrung im Flicken von Kabeln hat, sollte das defekte Gerät lieber in die Fachwerkstatt bringen. Ansonsten gilt für Rasenmäher ebenso wie für Heckenschere oder Axt: Die Klinge mit einer festen Bürste und mit einem Pflegespray reinigen – und das am besten regelmäßig und nicht nur einmal jährlich – außerdem Gras- und Pflanzenreste entfernen. Ein gutes Pflegespray konserviert und verhindert Verklebungen aller Art. Wichtig: Die Lufteintrittsöffnungen der elektri­schen Gartengeräte müssen immer freigehalten werden! Die Schneide muss spätestens einmal im Jahr nachgeschärft werden. Elektrogeräte sollte man – wenn überhaupt – nur sehr vorsichtig mit Wasser reinigen. Und auf jeden Fall vorher den Netzstecker ziehen! Öle, Fette und Kraftstoffe werden nur zur Pflege von Geräten mit Verbrennungsmotor benötigt.

Ersatzteil gefällig? Muss ein Ersatzteil besorgt werden, ist der Fachhändler vor Ort erster Ansprechpartner. Ein bisschen Zeit muss man schon einplanen, damit der Händler die benötigten Teile bei den Ersatzteillieferanten in Auftrag geben kann – daher ist das Ende der Gartensaison auch ein guter Zeitpunkt für die Bestellung. Entscheidend für die schnelle Abwicklung einer Ersatzteilbeschaffung sind genaue Angaben zu Typ, Hersteller, Baujahr. Deshalb immer schriftliche Bedienungsanleitungen aufbewahren! Dort finden sich auch meist Angaben zu Servicestellen.

Bei Neukauf auf Sicherheitssiegel achten

Ist das alte Schätzchen nicht mehr zu retten, kommt man um einen Neukauf nicht he­rum. Dabei nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf das „GS“-Siegel. „GS“ steht für „geprüfte Sicherheit“ und wird vom TÜV vergeben. Beim Neukauf elektrischer Gartengeräte ist es sinnvoll, Testberichte von neutralen Verbraucherschutz-Institutionen zu lesen. Wichtig auch: Bei jedem Neukauf auch die Frage der Reparaturmöglichkeit vor Ort und der Ersatzteilversorgung ansprechen.

Verjüngungskur für Motorgeräte: Gartengeräte mit Verbrennungsmotor brauchen einmal im Jahr einen neuen Luftfilter und eine neue Zündkerze. Zu alter Kraftstoff verliert seine Zündfähigkeit und muss dann ebenfalls ausgetauscht werden. Die Gewinde der Zündkerzen keinesfalls mit Öl tränken, sonst setzen sie sich fest!

Der richtige Schliff für Mäher und Gartenschere: Nur scharfe Schneidwerkzeuge können sauber schneiden. Im Laufe eines Gartenjahres müssen nicht nur die Scherenhälften der Rosenschere, sondern auch die Messer des Rasenmähers eine Menge aushalten. Sie kommen neben den Grashalmen auch in Kontakt mit Steinen, Erde, Ästen. Die harten Gegenstände hinterlassen oft tiefe Riefen. Durch Schleifen werden diese Un­ebenheiten ausgebügelt. Bei Messern, die mit hohen Umdrehungszahlen arbeiten, sind zwei Dinge besonders zu beachten: Der richtige Ein- und Ausbau des Messers – und dass keine Unwuchten beim Schärfen entstehen. Schon wenige Gramm Unwucht multiplizieren sich bei hohen Drehzahlen zu enor­men Ungleichgewichten, die aufgrund der Fliehkraft irgendwo hin müssen. Zuerst gehen diese Unwuchten dann auf die Motorwelle und verkürzen die Lebenszeit des Motors deutlich. Ein Fachhändler hält für Ein- und Ausbau und für den Massenausgleich entsprechende Spezialgeräte vor und sollte deshalb diese Arbeiten ausführen.

Händler bieten Inspektionen an

Machen Sie sich's bequem! Besonders im Herbst und Winter bieten die Fachhändler zumeist günstige Inspektionen zu Pauschalpreisen, zum Teil sogar mit Abhol- und Bring­service. Manche Händler lagern größere Geräte sogar in der Winterzeit ein. Wer Reparatur- und Wartungsarbeiten in den Frühling verlegt, wird dann feststellen, dass viele Gerätebesitzer den gleichen Gedanken hatten.

Ist die Leiter noch standfest? Bei Leitern und Tritten aus Holz oder Alu sollten Sie unbedingt die Stand- und Trittfestigkeit überprüfen. Jährlich verunglücken bei der Gartenarbeit 200 000 Menschen, die häufigste Unfallursache sind Stürze. Rastet der Sicherheitsbügel der Leiter noch ein? Sind eventuell vorhandene Rollen noch arretierbar? Morsche Sprossen oder eingerostete Scharniere können unter Umständen zu schweren Unfällen führen. Bei Harken, Spaten und ähnlichen Gerätschaften genügt es, eventuell daran klebende Erdreste abzuklopfen oder abzubürsten. Vielleicht ist die Herbstzeit auch ein guter Zeitpunkt, mal wieder den Geräteschuppen gründlich aufzuräumen, auszumisten, Kaputtes wegzuwerfen und den Gartengeräten eine neue Hakenleiste zu spendieren?

Vorsicht Chemie! Moosentferner, Dünger, Unkrautvernichter: Wer Chemikalien verwendet, sollte gelegentlich auch mal einen Blick aufs Haltbarkeitsdatum werfen. Produkte, bei denen das Haltbarkeitsdatum nicht mehr lesbar ist oder an denen die Verpackung beschädigt ist, gehören in den Müll – selbstverständlich in den Sondermüll. Sabine Hense-Ferch