Frischer Frühjahrsflor im Winter

Am 4. Dezember Barbarazweige schneiden

Ausgewählte Zweige von bestimmten Gartenpflanzen, die jetzt deutlich erkennbare Blütenknospen zeigen, blühen zum Weihnachtsfest auf, wenn sie rechtzeitig geschnitten und im Haus vorgetrieben werden. Der Termin ist der 4. Dezember, der Namenstag der heiligen Barbara.

Die Pflaume zählt, wie alle Vertreter der Gattung Prunus, zu den geeigneten Gehölzen für Barbarazweige.
Foto: Himmelhuber

Als sogenannte Barbarazweige eignen sich Zweige von Forsythien, Zierkirschen, Zierquitten, Schneeball und anderen frühblühenden Gehölzen. Es gibt Bäume und Sträucher, die ihre Blüten am einjährigen Holz entfalten und solche, die am vorjährigen Holz blühen. Zur ersten Gruppe gehören unter anderem Sommerflieder, Edelrosen und Gartenhibiskus.

Diese Sträucher bringen im Frühjahr mehr oder weniger kräftige Triebe hervor, die dann je nach Art ab Mai bis in den Herbst hinein neue Blütenknospen bilden. In der Regel entfalten sich die Blüten am Ende eines einjährigen Triebes. Beim Sommerflieder kann das ein mehr als ein Meter langer Sommertrieb sein. Sträucher, die am einjährigen Holz blühen, eignen sich nicht als Barbarazweige. Da ihnen im Winter die Blütenanlagen fehlen.

Nur Blütenknospen aus dem Vorjahr geeignet

Die meisten Gehölze bilden ihre Blütenknospen bereits im Jahr vor der Blüte. Sie schließen ihre Jahrestriebe im Spätsommer mit deutlich sichtbaren Blütenknospen ab. Beim Apfel, bei der Kirsche oder bei anderen Obstarten sitzen diese Knospen am sogenannten Fruchtholz. Es entwickelt sich in der Regel an den Seitenästen und besteht aus kurzen Zweigen mit dicken runden Knospen. In diesen Knospen sind die Blüten für das nächste Jahr bereits vollständig ausgebildet.

Dagegen sind die schmalen Knospen an den langen Endtrieben vorgebildete Blattknospen. Solche Triebe sind als Barbarazweige nutzlos. Neben dem Kern- und Steinobst sowie den verwandten Ziergehölzen, wie Zierkirschen und Zieräpfeln, bilden auch Rosskastanien, Flieder, Eschen sowie andere Bäume und Sträucher ihre Blütenknospen bereits im Sommer aus. Die dicken runden Knospen sitzen vorwiegend am Ende der Jahrestriebe.

Diese Gehölze eignen sich jedoch nur bedingt für die Treiberei. Anders als etwa Kirschknospen, die sich nur öffnen müssen, um ihre Blüten zu entfalten, schieben etwa Rosskastanien aus den Terminalknospen lange kräftige Triebe hervor, an deren Enden dann die Blütenrispen zur Entfaltung kommen. Während sich Kirschzweige und ähnliche Arten im Zimmer bei günstigen Bedingungen recht zuverlässig öffnen, haben die abgeschnittenen Zweige von Rosskastanien und anderen Arten in der Vase nicht die Kraft, ihre neuen Triebe in voller Länge zu entwickeln. Sie kommen dann auch nicht zur Blüte.

Forsythie und Kirsche sind klassische Barbarazweige.
Foto: Himmelhuber

Wer sicher sein will, dass zum Weihnachtsfest frische Blütenzweige zur Verfügung stehen, sollte bei den bewährten Arten bleiben. Dazu gehören auch Zierjohannisbeeren, Kornelkirschen und Pflaumen. Selbstverständlich können Versuche mit anderen Arten ebenfalls erfolgreich sein und zumindest einige wenige Blüten bringen. Der Flor der Barbarazweige ist ohnehin weniger üppig als beim natürlichen Aufblühen im Freiland – das gilt auch für die bewährten Arten.

Vorsichtig und nicht zu viel abschneiden

Zum Schneiden der Barbarazweige ist eine scharfe Gartenschere nötig. Keinesfalls dürfen die Zweige abgebrochen werden. Zu vermeiden ist außerdem der Schnitt von zu vielen Zweigen. Immerhin sollen die Gehölze nicht zu stark gestutzt werden, damit sie im Frühjahr noch üppig blühen. Beim Obst empfiehlt es sich solche Zweige zu schneiden, die beim Winterschnitt ohnehin der Schere zum Opfer fallen. Beim Schnitt ist auf eine richtige Scherenführung zu achten, das heißt, die Zweige sind jeweils an der Austriebstelle oder an einer Knospe abzutrennen.

Die richtige Nachbehandlung

Die Zweige erhalten im Haus eine Nachbehandlung, um sie passend für die Vase zurecht zu schneiden. Große schräge Schnittflächen verbessern die Wasseraufnahme. Nach dem Arrangieren kommen die Zweige zunächst in einem kühlen Raum auf eine helle Fensterbank. Ein direkter Stand über der Heizung oder neben einem Ofen ist zu vermeiden. Zu viel Wärme regt zum Austrieb von Blättern an und verhindert die Blütenentfaltung. Ein regelmäßiger Wasserwechsel fördert die Versorgung und hält die Zweige frisch. Gelegentlich wird empfohlen, die Zweige nach dem Schnitt über Nacht in warmes Wasser zu legen. Allerdings nehmen sie das Wasser durch die Leitungsbahnen auf und nicht durch die Rinde. Förderlicher ist deshalb das Nachschneiden beim Wasserwechsel. Peter Himmelhuber

Kombinieren

In die Sträuße passen auch Blütenzweige von Winterblühern wie Zaubernuss, Winterjasmin, Winterschneeball und anderen Gehölzen. Einige Arten blühen bei mildem Wetter schon im Dezember auf. Das macht sie natürlich auch als Gartenpflanzen attraktiv. Solche Winterblüher kommen besonders direkt in Hausnähe, etwa an der Terrasse, gut zur Wirkung.